Manchester City durfte sich nur ein Jahr als Champion feiern lassen, denn seit Montagabend ist wieder die "normale" Rangordnung in der Stadt hergestellt: Mit einem 3:0-Heimerfolg gegen Aston Villa sicherte sich Manchester United den 20. Meistertitel der Vereingsgeschichte. Mann des Tages war dabei Robin van Persie mit einem lupenreinen Hattrick.

picRVP als MVP: Robin van Persie durfte diesmal über einen lupenreinen Hattrick jubeln und schoss Manchester United zum 20. Meistertitel

Die "Red Devils" wussten bereits vor dem abschließenden Spiel der 34. Runde in der Premier League, dass ein Sieg die Meisterschaft bringen würde. Titelverteidiger Manchester City hatte am Sonntag bei Tottenham Hotspur mit 1:3 verloren und United die Chance zur Titelparty vor eigenem Publikum gegeben. Diese Einladung ließ sich der Erzrivale nicht nehmen.

Vor 75.591 Fans in Old Trafford legten die Hausherren los wie die Feuerwehr. Es dauerte nur 81 Sekunden bis Robin van Persie erstmals zuschlug und den Ball nach Vorlage von Ryan Giggs aus kurzer Distanz zur Führung über die Linie beförderte. United machte in der selben Tonart weiter: Zunächst rettete noch die Stange bei einem Rafael-Weitschuss (11.), doch kurz danach war wieder RVP zur Stelle.

Es war ein Tor Marke Extraklasse. Wayne Rooney bediente den Niederländer mit einer weiten Vorlage und van Persie knallte den Ball mit einer herrlichen Direktabnahme ins lange Eck (13.). Auf der Gegenseite hatte zuvor ÖFB-Teamstürmer Andreas Weimann die große Chance zum Ausgleich für Aston Villa eingeleitet, doch Christian Benteke schoss über das United-Gehäuse.

Aber die "One Man Show" von Robin van Persie war noch nicht zu Ende: Mit seinem dritten Treffer (33.) machte er den Hattrick perfekt und setzte sich mit dem 24 Ligator auch alleine an die Spitze der Torschützenliste. "Es ist mein erster Titel und ein unglaublich schöner Moment für mich", freute sich der 29-Jährige, der im Vorjahr von Arsenal gekommen war.
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Die Nummer 20 von Manchester United also als gefeierter Held beim 20. Meistertitel der Vereinsgeschichte. Doch die Gala des niederländischen Teamstürmers hatte einen kleinen Makel: Bei allen drei Treffern war im Vorfeld eine Abseitsstellung mit im Spiel, die jedoch vom Schiedsrichter-Assistenten übersehen wurde.

Das Geschehen nach der Pause glich einem Schaulaufen. Die beste Möglichkeit der Gäste auf das Ehrentor hatte der auffällige Weimann, doch ausgerechnet van Persie rettete beim Kopfball des Österreichers vor der Linie. Während sich die Gastgeber am Ende von den Fans als neuer englischer Meister feiern ließen, steckt Aston Villa weiter im Abstiegskampf fest.

Zwar liegt der Traditionsverein aus Birmingham weiter mit 34 Punkten auf dem derzeit rettenden Rang 17, doch Wigan Athletic mit Paul Scharner folgt nur drei Zähler dahinter mit der besseren Tordifferenz und hat noch dazu ein Spiel in der Hinterhand.
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Für United, wo sich Erfolgscoach Alex Ferguson zum 13 Mal als Meistermacher feiern lassen darf, ist der Titel alleine hingegen noch nicht genug. In den ausstehenden vier Runden will der neue Champion auch noch den von Chelsea gehaltenen Punkterekord aus der Saison 2004/05 (95) knacken. Dafür sind jedoch vier Siege nötig.

Von Sir Alex, der sich den Kauf seines neuen Torjägers 24 Millionen Pfund kosten ließ, regnete es nach der Meistergala Komplimente für Robin van Persie: "Wenn man seinen Einfluss auf die Mannschaft sieht, dann kann man nur den Hut ziehen". Der Schotte nahm im selben Atemzug sogar die United-Ikone Éric Cantona in den Mund.

Ausgerechnet Arsenal-Manager Arsène Wenger hatte Ferguson den Mund wässrig gemacht: "Robin war bei Arsenal großartig und wenn man so einen Spieler haben kann, dann sollte man alles versuchen. Ich erinnere mich noch, dass mir Arsène gesagt hat: 'Er ist ein besserer Spieler, als du denkst'. Da wusste ich, dass er in meine Mannschaft passen wird."

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red