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Eine kleine Änderung des Modus erhöht die Chancen auf die Gruppenphase und somit auf Champions-League-Millionen für Salzburg beträchtlich. Zwar hat sich die Anzahl der Fixstarter in der Gruppenphase von 16 auf 22 Teams erhöht, doch die heuer erstmals zweigleisige Qualifikation hilft Salzburg die großen Hürden, nämlich die Dritt- und Viertplatzierten der Europäischen Topligen, zu vermeiden.

Fix für die Gruppenphase qualifiziert sind die Meister der Top 13 Nationen aus der Fünf-Jahreswertung, zusätzlich der Vizemeister und Meisterschafts-Dritten der Top-Ligen aus England, Spanien und Italien, sowie der Vizemeister aus Frankreich, Deutschland und Russland. Um die restlichen 10 Plätze rangeln sich aber immerhin noch 55 Mannschaften, die sich entweder über den Champions-Weg oder Platzierungsweg qualifizieren können. Jeweils 5 Startplätze werden über einen  dieser beiden Modi ausgespielt.

Im Champions-Weg treffen die restlichen Landesmeister (mit Ausnahme von Liechtenstein) aufeinander. Über den Platzierungsweg ermitteln die Nicht-Meister der Top-Nationen ebenfalls fünf Teilnehmer für die Gruppenphase. Klingt alles sehr kompliziert, bedeutet aber, dass sich Salzburg (Champions-Weg)  starke Mannschaften wie FC Arsenal, Olympique Lyon, VFB Stuttgart oder Fiorentina (alle Platzierungsweg) erspart – und sich somit die Chancen der Mozartstädter auf die Champions-League-Millionen drastisch erhöhen.


UEFA verteilte 580 Millionen in CL-Saison 2008/2009
Grund genug für weltfussball.at sich die Millionen-Liga näher anzuschauen. Über 580 Millionen Euro hat die UEFA in der Saison 2008/2009 unter den teilnehmenden Mannschaften ausgeschüttet. 5,4 Millionen Euro waren jedem Team im voraus schon sicher, 3 Millionen alleine fürs Antreten (Festbetrag) und eine Antrittsprämie pro Spiel von 400.000 Euro. Einen Sieg in der Gruppenphase versüsste die UEFA mit 600.000 Euro, bei einem Unentschieden wurde brav geteilt, es wanderten 300.000 Euro aufs Konto. Doch das war noch nicht alles, was die UEFA zu verteilen hatte.

Je nach Wert des TV-Marktes eines Landes erhielt jede Mannschaft einen Anteil aus der zentralen TV-Vermarktung der UEFA. Diese Beträge können enorm variieren. So erhielt in der vergangenen Champions-League-Saison der weißrussische Vertreter Bate Borisov mickrige 42.000 Euro. Der FC Bayern München war mit 21,46 Millionen Euro (mehr als fünfhundertfache!) Spitzenverdiener bei den von der UEFA ausgeschütteten TV-Geldern. Selbst Champions-League-Sieger FC Barcelona kam nur auf  8,168 Millionen Euro. Pech für die Katalanen: Nehmen mehr Mannschaften aus einem Land teil, wird der Betrag anteilsmäßig geteilt.  

Salzburgs Sportdirektor Heinz Hochhauser darf  – bei erfolgreicher Qualifikation für die Gruppenphase – mit einem Betrag aus dem TV-Pool in der Höhe von 2 bis 2,5 Millionen Euro rechnen. Macht in Summe rund 8 Millionen, ohne Punkteprämien! Zwar nicht annähernd so viel wie Topverdiener Manchester United (37,79 Millionen) letztes Jahr von der UEFA überwiesen bekommen hat, aber für einen österreichischen Vertreter sicherlich finanziell reizvoll. Die geringste Summe wanderte übrigens auf das Konto von Borisov – 6,342 Millionen Euro.


Nur Peanuts und starke Gegner in Europa League
Ein Ausscheiden in Runde zwei gegen Bohemians Dublin hingegen wäre angesichts der wartenden Millionenbeträge ziemlich teuer für Salzburg. Kein Wunder, wenn Hochhauser das Ziel Gruppenphase ausgibt – wobei er nicht zwischen Champions League und Europa League (EL) unterscheidet. Die von der UEFA ausgeschütteten Summen unterscheiden sich jedoch sehr wohl. Denn in die Gruppenphase der EL, dürfen die Salzburger mit nur einem Bruchteil der Summen im Vergleich zur Champions League rechnen. Das Antrittsgeld lag letzte Saison bei 215.000 Euro, die Punkteprämien waren ebenfalls mit 40.000 Euro pro Sieg wesentlich geringer.

Und sollten sich die Mozartstädter in der Champions-League-Qualifikation schon in Runde drei (von vier) verabschieden, so drohen in der EL-Quali Top-Mannschaften wie Werder Bremen, Villareal, AS Roma oder PSV Eindhoven. Hier rächt sich das oftmalige frühe Ausscheiden, einhergehend mit einem eher niedrigen UEFA-Koeffizienten. Doch dank der Reform des Qualifikations-Modus winkt für Salzburg die Gruppenphase samt Champions-League-Millionen.

Clemens Schotola