21.04.2017 07:44 Uhr

Aktienbetrug? Festnahme nach BVB-Anschlag

Festnahme nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB
Festnahme nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB

Seit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB am 11. April laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Am Freitagmorgen verkündete die Bundesanwaltschaft nun eine Festnahme und erläuterte die vermeintlichen Hintergründe der Tat. Terroristische Beweggründe lassen sich demnach wohl ausschließen.

Ein 28-Jähriger mit deutscher und russischer Staatsangehörigkeit wurde durch die Spezialeinheit GSG 9 in Gewahrsam genommen. Sergej W. aus dem Raum Tübingen wird "versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt", heißt es in der Mitteilung.

Zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen geht man davon aus, dass die Tat nicht mit terroristischem Hintergrund verübt wurde. Vielmehr handelt es sich hingegen wohl um versuchten Aktienbetrug. Sergej W. erwarb am 11. April 15.000 Wertpapiere des börsennotierten BVB, welche mit einer Verkaufsoption versehen sind. Besagte Option ermöglicht es, die Aktien bei fallenden Kursen zeitnah zu einem zuvor festgelegten Preis wieder zu veräußern.

Kursfall der BVB-Aktie das Ziel?

"Die Höhe des Gewinns hängt von der Höhe des Kursverlustes ab. Bei einem massiven Verfall der Aktie von Borussia Dortmund hätte hier der Gewinn nach vorläufigen Berechnungen ein Vielfaches des Einsatzes betragen. Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn in Folge des Anschlags Spieler schwer verletzt oder gar getötet worden wären", erläutert die Generalbundesanwaltschaft in ihrem Schreiben näher.

Weiterhin sei auffällig gewesen, dass der Beschuldigte für die Zeiträume vom 09. bis 13. sowie 16. bis 20. April Buchungen im späteren BVB-Mannschaftshotel L'Arrivée vorgenommen hätte. An diesen Terminen setzte die UEFA vor genauer Terminierung grob die Viertelfinalpartien an.

Drei Sprengsätze in einer Hecke versteckt

Auch Einzelheiten des Anschlags wurden veröffentlicht: "Drei Sprengsätze waren über eine Länge von 12 Metern in einer Hecke entlang der Fahrstrecke des Mannschaftsbusses angebracht. Die Sprengwirkung der Sprengsätze war auf den Bus ausgerichtet." Besagte Sprengsätze hätten Metallstifte von etwa 70 Millimeter Länge, sechs Millimeter Durchmesser und einem Gewicht von etwa 15 Gramm enthalten. Die Zündung erfolgte wahrscheinlich per Funk.

Um von den wahren Beweggründen abzulenken, wurden zudem drei Bekennerschreiben am Tatort platziert, die ein "radikal-islamistisches Motiv für den Anschlag" nahelegten. Dass ein angebliches rechtsextremistisches Bekennerschreiben vom 13. April auch vom Täter stammt, ist derzeit nicht zu vermuten, heißt es abschließend.

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