19.06.2017 19:30 Uhr

Deutschland schlägt zum Auftakt Australien

Mit einigen Wacklern hat das deutsche Perspektivteam am Montag seine erste Reifeprüfung beim Confederations Cup bestanden. Trotz zweier schwerer Fehler von Keeper Bernd Leno rang man Australien (Sturm-Legionär James Jeggo saß dabei nur auf der Ersatzbank) in Sotschi 3:2 nieder.

Der herausragende Leon Goretzka leitete das 1:0 durch Lars Stindl (5.) ein, holte den Elfmeter zum 2:1 heraus, den Julian Draxler verwandelte (44.) und erzielte das 3:1 im nur halbvollen Olympiastadion schließlich selbst (48.). Pannen-Torhüter Leno ließ hingegen beim 1:1 der eigentlich harmlosen Australier durch Tom Rogić (37.) den Ball unter seiner Achsel durchrutschen, vor dem 3:2 patschte er die Kugel ungeschickt vor die Füße des Torschützen Tomi Jurić (56.).

Stindl trifft vor Minuskulisse

Als Leno zum Anpfiff seines schwarzen Abends gemäß der angekündigten Rotation seinen Platz im deutschen Tor einnahm, blickte er in die pure Trostlosigkeit. Spärlich besetzt war die Arena, und bis in die oberste Reihe waren die Kommandos der deutschen Spieler zu hören, die im Gedenken an den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl mit Trauerflor aufliefen. Auf der Ehrentribüne nahm FIFA-Präsident Gianni Infantino diese Minuskulisse säuerlich lächelnd hin - 28.605 Zuschauer sollen es gewesen sein.

Nach vier Minuten wurde es allerdings erstmals lauter. Trotz aller Warnungen vor der "Rugby-Mentalität" der angeblich so kompromisslosen Australier stand es früh 1:0. Julian Brandt hatte nach einem Steilpass des von Beginn an auffälligen Goretzka geschickt auf Stindl zurückgelegt, der mit 28 sein erstes Länderspieltor erzielte. Sandro Wagner, bemühte zweite Spitze neben Stindl, hätte per Kopf beinahe das 2:0 gemacht (16.).

Die Socceroos waren der deutschen Spielkultur nicht gewachsen. Australien zog sich zurück, presste nicht, massive Probleme im Flachpass waren unübersehbar. Der starke Brandt (20./27.) und Wagner (23.) alleine vor Torhüter Mathew Ryan hätten das zu weiteren Treffern nutzen müssen. Nach 30 Minuten standen bereits 10:1 Torschüsse in der Statistik - nur die Chancenverwertung der DFB-Elf ließ zu wünschen übrig.

Leno wackelt bedenklich

DFB-Teamchef Joachim Löw schaute sich den bis dahin rundum gelungenen Auftritt seiner jungen, hochmotivierten Mannschaft entspannt an. Gemächlich durchschritt er seine Coaching Zone, nur ab und an rief er der bis zur Großchance für Trent Sainsbury (36.) gut sortierten Vierer-Abwehrkette Anweisungen zu. Doch der arg wacklige Leno brachte Australien zweimal zurück ins Spiel.

Übergangskapitän Draxler, der immerhin kurz darauf seinen Elfmeter sicher verwandelte, war vor dem 1:1 nach einem Fehlpass einfach stehen geblieben. Das 3:2 ging dann aber allein auf die Kappe von Leno. "Joker" Timo Werner hätte das Spiel entscheiden können, traf aber nur die Stange (75.).

Nach dem Abpfiff stand für die deutsche Mannschaft schon um 21:30 Uhr der Flug nach Kasan auf dem Programm, wo am Donnerstag das Duell mit Chile wartet.

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sid/red

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