20.05.2019 12:09 Uhr

Karriereende in Schweden: Anja Mittag sagt leise Hej da

Nach 17 Jahren Leistungssport sucht Anja Mittag neue Herausforderungen
Nach 17 Jahren Leistungssport sucht Anja Mittag neue Herausforderungen

Eine der erfolgreichsten deutschen Nationalspielerinnen macht Schluss: Anja Mittag beendet ihre Profikarriere - mitten in der schwedischen Saison.

Der leise Abgang passt zu Anja Mittag. Die langjährige Fußball-Nationalspielerin hat nie das Rampenlicht gesucht, und so beendet sie ihre Profikarriere am Montagabend mit einem Auswärtsspiel des FC Rosengard beim FC Linköping. Ihren im Juni auslaufenden Vertrag hat die 34-Jährige nicht mehr verlängert, somit ist einfach mitten in der schwedischen Saison Feierabend.

"Die Entscheidung war in erster Linie eine Frage der Motivation. Man opfert so viel, und der Zeitpunkt fühlt sich jetzt einfach richtig an", sagte Mittag dem "SID". Nach 17 Jahren Leistungssport, in denen sie als Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin sämtliche Titel einheimste, sucht die Torjägerin neue Herausforderungen.

"Ich möchte mich weiterentwickeln, gerne in die Trainer-Richtung", so die gebürtige Chemnitzerin. Schon bei ihrem Klub in Malmö sammelte sie erste Erfahrungen beim Individualtraining im Nachwuchsbereich.

"Es hat mir Spaß gemacht und ich bin neugierig", erzählt Mittag, aber: "Auf einer anderen Sprache ist es manchmal schon auch schwierig." Also zieht es die 158-malige Nationalspielerin nach insgesamt sechs Jahren in ihrer Wahlheimat Schweden zurück nach Deutschland.

Mittags Highlight: "Die erste Goldmedaille für Deutschland zu holen"

2002 begann hier ihre Bundesliga-Karriere bei Turbine Potsdam. Mit einer kurzen Unterbrechung spielte sie insgesamt neun Jahre lang für den Traditionsverein in Brandenburg und sammelte Titel um Titel.

Ihren schönsten Moment aber erlebte Mittag mit dem Nationalteam, genauer gesagt am 19. August 2016 im Maracana von Rio de Janeiro. "Das war ein sehr besonderes Erlebnis, diese erste Goldmedaille für Deutschland zu holen", sagte Mittag, "das ganze Drumherum und vor allem die Party zum Schluss werden mir immer positiv in Erinnerung bleiben."

Seit ihrem Rücktritt aus dem DFB-Team nach der so enttäuschenden EM 2017 konzentrierte sich die Champions-League-Rekordschützin (51 Tore) ganz auf den FC Rosengard. So ganz mit dem Fußball spielen aufhören mag Mittag aber noch nicht. "Vielleicht kann ich als Spielerin noch bei einer Mannschaft aushelfen, die nach oben will."

Mittag drückt DFB-Damen in Frankreich die Daumen

Zunächst aber macht sie Urlaub in Frankreich - und besucht natürlich auch Spiele der anstehenden Frauen-Weltmeisterschaft (7. Juni bis 7. Juli). Beim dritten Gruppenspiel der deutschen Auswahl am 17. Juni gegen Südafrika in Montpellier drückt sie im Stadion die Daumen.

Dass ihre einstigen Mitspielerinnen neuerdings mit einem frechen Werbespot, der clever mit Vorurteilen und Klischees spielt, für Aufsehen sorgen, findet sie toll. "Ich bin auch hier in Schweden mehrfach positiv darauf angesprochen worden."

Dem verjüngten deutschen Team traut sie unter der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg "eine gute Rolle" bei der Endrunde zu: "Die Chemie scheint zu stimmen. Und sie haben die spielerische Qualität, ins Halbfinale zu kommen." Anja Mittag wird mitfiebern. Abseits des Rampenlichtes.

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