19.06.2019 10:05 Uhr

Uwe Seeler wütet: HSV "eine Katastrophe"

Leidet mit seinem HSV: Uwe Seeler
Leidet mit seinem HSV: Uwe Seeler

Trotz eines nominell stark besetzten Kaders hat der Hamburger SV die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga verpasst. Für Vereins-Ikone Uwe Seeler waren die Leistungen "seines" HSV nur schwer zu ertragen.

Im "Sport Bild"-Interview ließ der 82-Jährige seinen Gefühlen freien Lauf. "Die Qualität der Spieler reichte nicht. Wir hatten einfach keine intakte Mannschaft. Es war ein Haufen, der nicht zusammengespielt hat", polterte Seeler, der dem Team ein vernichtendes Zeugnis ausstellte: "Es war eine Katastrophe, und so hat es der Verein auch nicht verdient aufzusteigen. Schlimm war das. Vor allem der Angriff war viel zu schwach."

Tatsächlich erzielten die Rothosen in der abgelaufenen Saison nur 45 Tore - viel zu wenig, um in den Top drei zu landen. Ob es in der neuen Spielzeit mit dem Aufstieg klappt, ist angesichts der starken Konkurrenz fraglich. Mit dem VfB Stuttgart, Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg kommen drei ebenso namhafte wie ambitionierte Mitbewerber hinzu.

Seeler ist skeptisch. "Manche haben hier in Hamburg gesagt: 'Gut, dass wir mit der schwachen Mannschaft nicht aufgestiegen sind'. Das ist Unsinn! Die Gefahr besteht, dass der HSV dauerhaft in der 2. Liga herumdümpelt. Es wird immer schwieriger, wieder hochzukommen", warnte der Vize-Weltmeister von 1966.

HSV: Uwe Seeler übt scharfe Kritik an Hannes Wolf

Wer die Schuldigen sind, steht für Seeler außer Frage. "Die Verantwortlichen müssen sich den Nicht-Aufstieg ankreiden lassen. Sie hätten in der Winterpause noch zwei oder drei Spieler dazuholen müssen, auch wenn man damit noch mal Schulden gemacht hätte", kritisierte das Hamburger Urgestein.

Auch mit den Entscheidungen des mittlerweile entlassenen Coaches Hannes Wolf war "Uns Uwe" selten glücklich. "Ich verstehe den Trainer nicht, der 90 Minuten draußen steht und zuguckt, wie zum Beispiel Bakery Jatta einen Ball nach dem anderen verliert. Das ist ja sogar mir auf der Tribüne aufgefallen, und ich bin ein alter Mann", so Seeler, der zu aktiven Zeiten mehr als 500 Mal das HSV-Trikot getragen hatte.

Der Ex-Stürmer weiter: "Ich habe immer einen ruhigen Trainer gesehen, wir haben aber nicht so gespielt, dass ich auf der Tribüne ruhig sein konnte. Meine Kollegen und ich haben in der Loge immer nur den Kopf geschüttelt. Bei vielen Spielen bekam ich Schüttelfrost."

Seelers Hoffnungen ruhen jetzt auf den neuen Entscheidungsträgern. "Dieter Hecking ist ein erfahrener Trainer, der weiß, wie man mit Spielern umgehen muss. So einen braucht der HSV jetzt. [...] Ich hoffe, dass Jonas Boldt und er ein gutes Händchen haben und für die neue Saison eine gute Mannschaft zusammenstellen."

 

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