21.11.2019 14:52 Uhr

Bruckner verspricht Evolution statt Revolution

Bruckner will Tradition und Innovation verbinden
Bruckner will Tradition und Innovation verbinden

Der Kampf um das Präsidentenamt bei Bundesligist Rapid geht in die letzte Runde: Evolution statt Revolution, nicht aber "more of the same" hat am Donnerstag Präsidentschaftskandidat Martin Bruckner versprochen. Vier Tage vor der Wahl präsentierte sich die "Liste Leitbild" in Wien den Medien und versuchte dabei, auch ihre Unterschiede zu Konkurrent Roland Schmid herauszuarbeiten.

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Die Veranstaltung sei auch als Zugeständnis an den Wahlkampf zu verstehen. "Es ist halt eine mediale Inszenierung geworden", meinte Bruckner, um im gleichen Atemzug zu betonen: "Wir stehen für Inhalte und nicht Inszenierung." Sein Versprechen: "Wir sind der Garant dafür, dass Rapid ein unabhängiger Mitgliederverein bleibt. Weil wir auf stabilen Fundament stehen. Wir sind nicht Hochglanz, wir krempeln die Ärmel auf. Wir sind eine perfekte Mischung zwischen Tradition und Innovation."

Kein Stillstand in der Zukunft

Bruckner werkte bzw. wirkt unter dem scheidenden Präsidenten Michael Krammer als Club-Finanzreferent. Im Fall seiner Wahl in der ordentlichen Generalversammlung säßen in seinem Präsidium neben dem aktuellen Vize-Präsident Nikolaus Rosenauer auch Philip Newald (tipp3) als Finanzreferent, der Ex-Rapidler Gerald Willfurth, Ex-Skirennläuferin Michaela Dorfmeister, Ex-Formel-1-Teamchefin Monisha Kaltenborn (Sauber) sowie die Unternehmer Stefan Singer und Gerhard Höckner.

Stillstand jedenfalls bedeute das nicht. "Wir hätten drei alte (Bruckner, Newald, Rosenauer) und fünf neue Mitglieder, das ist nicht 'more of the same'", betonte Newald, der in der Liste Schmid personell "sehr viel Sprengstoff" enthalten sieht. Für Singer wäre bei einer Wahl von Schmid erstmals in der 120-jährigen Rapid-Historie ein "Bruch möglich, dass keiner aus dem alten im neuen Präsidium vertreten ist. Es wäre keine Erneuerung aus sich heraus möglich."

Einen Bruch will Fanvertreter Singer, der auf seine engen Verbindungen zu allen Teilen des Anhangs setzt, auch bei seinem Leibthema vermeiden. "Die Fanszene macht das Stadionerlebnis so einzigartig. Es wird immer wieder kleinere und größere Konflikte geben. Wir werden daher präventiv arbeiten, um so etwas tunlichst zu verhindern", versprach Singer. "Wir werden die Kommunikation verbessern."

Bruckner: "Wollen keine Sponsorendominanz im Präsidium"

"Solides Wirtschaften" ist ein anderes Motto der Liste, die Investorenfrage ist eigentlich keine. "Bei der Liste Schmid sehe ich im Hintergrund die Investorensache. Wir wollen nicht, dass Rapid im Erfolgsfall ausgesaugt wird", betonte Singer. "Wir wollen auch keine Sponsorendominanz im Präsidium." Genau das aber wäre bei Schmid der Fall: "Dann sind dort 50 Prozent des Sponsorenvolumens vertreten." Ähnliches gelte für die bauliche Infrastruktur des Nachwuchses: "Wir wollen das modulare Konzept weitergehen und keine finanziellen Abenteuer", erklärte er im Hinblick auf die hochfliegenden Akademie-Pläne Schmids.

Sportlich vertraue man den aktuellen Team um Trainer Dietmar Kühbauer und Sportdirektor Zoran Barisic voll und ganz. "Es gibt einen Aufwärtstrend, den wir nicht in Frage stellen. Kontinuität ist im Fußball eines der wichtigsten Kriterien", gab Bruckner zu Protokoll. Die Personalien von Dorfmeister ("Für mich ist das Neuland"), Kaltenborn und Willfurth ("ich sehe mich als Bindeglied zwischen sportlicher Führung und Präsidium") würden die Bedeutung des Sports unterstreichen.

Im Vergleich zu Geschäftsmann Schmid versuchte sich Bruckner, der beruflich im Vorstand der Allianz Investment AG sitzt, auch aufgrund seines beruflichen Hintergrunds als der geeignetere Mann zu präsentieren: "Als Rapid-Präsident muss man zu 100 Prozent dem Club zur Verfügung stehen und keinerlei Eigeninteressen vertreten."

apa

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