06.06.2020 19:01 Uhr

Riesentöter Hartberg ringt Salzburg Respekt ab

Nächstes Opfer Salzburg? Wenn es nach Hartberg-Coach Markus Schopp geht, dann ja
Nächstes Opfer Salzburg? Wenn es nach Hartberg-Coach Markus Schopp geht, dann ja

"Wir erwarten einen Gegner, der uns alles abverlangt", blickt Salzburg-Trainer Jesse Marsch dem Auswärtsspiel in Hartberg entgegen.

Meister Red Bull Salzburg hat am Sonntag (17:00 Uhr) die Chance, sich weiter von seinen ersten Verfolgern abzusetzen. Der Wolfsberger AC und der LASK werden einander im Parallelspiel Punkte abnehmen. Mit einem vollen Erfolg beim TSV Hartberg würden die Bullen den Abstand von derzeit fünf bzw. sechs Zählern zumindest auf einen der beiden Kontrahenten weiter vergrößern.

>> TSV Hartberg gegen Red Bull Salzburg

Die Hartberger hatten zum Auftakt der Meistergruppe am Mittwoch allerdings mit einem 2:1-Sieg beim LASK überrascht. "Mit diesem Erfolg steigt auch ihr Selbstvertrauen, und wir erwarten am Sonntag einen Gegner, der uns alles abverlangt", erklärte Salzburg-Trainer Jesse Marsch. "Wir haben uns das Video vom Hartberg-Sieg beim LASK genau angesehen und registriert, dass sie mutig und aggressiv gespielt haben."

Hartberg-Trainer Schopp: Wir können nur überraschen

Das wollen die fünftplatzierten Oststeirer laut Trainer Markus Schopp auch in ihrem ersten Geister-Heimspiel tun - wohl wissend, dass die Salzburger "von der Qualität noch einmal eine ganz eigene Liga" sind. "Das ist das Beste, was wir in Österreich haben, auch in der Breite", betonte Schopp den tiefen Kader des Meisters, der sich gerade in Zeiten englischer Wochen bezahlt machen könnte.

Bei Hartberg, dem Klub mit dem kleinsten Budget der Bundesliga, sind die Vorzeichen andere. "Wir müssen mit unseren Mitteln und Ideen gut haushalten, damit wir über das dichte Programm drüberkommen", meinte Schopp. Trotz des gelungenen Starts in die Meistergruppe müsse man realistisch bleiben. "Wir sind die Mannschaft, die in dieser Runde nur überraschen kann."

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Den Salzburgern hatte man im Dezember in Hartberg einen Punkt abgeluchst (2:2). Salzburgs Majeed Ashimeru sah früh Rot, zudem standen die Bullen noch unter dem Eindruck ihres Champions-League-Outs vier Tage davor gegen Liverpool. Mehr Hoffnung schöpft Schopp aus dem jüngsten Auftritt. Die ersten 45 Minuten beim LASK seien die besten seines Teams in dieser Saison gewesen. "Es war gewaltig, wie wir die Dinge umgesetzt haben." Wegen Salzburgs Variabilität bedürfe es nun mehrerer unterschiedlicher Pläne. "Wir werden ihnen alles abverlangen", versprach Schopp.

Salzburg "noch nicht in Topform", aber "zweimal erfolgreich"

Der Tabellenführer hat seine vergangenen vier Pflichtspiele allesamt zu Null gewonnen. Nach der Corona-Pause gab es bisher ein 5:0 im Cupfinale gegen Austria Lustenau und ein 2:0 im Ligaschlager gegen Rapid. "Die beiden Spiele waren aufgrund der Rahmenbedingungen sehr speziell", sagte Marsch über die Geisterspiele.

Sein Team habe "viel Persönlichkeit gezeigt" und würde sich mit jedem Spiel besser an den intensiven Rhythmus gewöhnen, erklärte der US-Amerikaner. "Auch wenn wir noch nicht in Topform sind, haben wir bisher durchaus gute Leistungen gebracht und sind - was sehr wichtig ist - zweimal erfolgreich gewesen."

In Hartberg fehlen weiterhin Masaya Okugawa und Rasmus Kristensen wegen ihrer Oberschenkelverletzungen. Auch bei Antoine Bernede dürfte Marsch nach dessen Sprunggelenksblessur nichts riskieren. Statt Kristensen dürfte erneut Albert Vallci den Rechtsverteidiger geben. "Hartberg ist ein unangenehmer Gegner, der vor allem daheim sehr aggressiv und giftig spielt", warnte der Defensivallrounder.

Die 76 Tore, die die Salzburger in den ersten 23 Runden erzielt haben, sind Ligarekord. Auswärts ist der Titelverteidiger aber vier Ligapartien sieglos. Der letzte volle Erfolg in einem Bundesligaspiel in der Fremde am 10. November (3:0 beim WAC) liegt über ein halbes Jahr zurück. Hartberg ist zu Hause seit Dezember drei Partien ohne vollen Erfolg. Gegen Salzburg ist dem TSV ein solcher in fünf Pflichtspielen noch nie gelungen.

apa

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