26.10.2020 07:17 Uhr

Bayer und Augsburg im direkten Duell um Platz vier

Heiko Herrlich kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück
Heiko Herrlich kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück

Heiko Herrlich ist erst seit drei Jahren Trainer in der Fußball-Bundesliga, doch er hat schon so manche kuriose Situation erlebt.

Zu seiner Zeit in Leverkusen sorgte er mit einer Schwalbe nach einem leichten Schubser des Gladbachers Denis Zakaria für einen Aufreger. Schließlich wurde er einen Tag vor Weihnachten 2018 nach zuvor zwei Siegen entlassen.

In Augsburg begann er im März, drei Tage nach seinem Amtsantritt wurden wegen Corona alle Bundesliga-Spiele abgesagt. Zum zweiten Mal verpasste der Ex-Nationalspieler sein Debüt nach dem Restart im Mai wegen eines Verstoßes gegen die Pandemie-Regeln, von dem er selbst freimütig erzählt hatte. Und schließlich musste er auch in dieser Saison wegen einer Lungenerkrankung und einer notwendig gewordenen Operation vorübergehend pausieren.

Am Montag (20:30 Uhr) erlebt Heiko Herrlich etwas vermeintlich Banales. Etwas, was für Kollegen wie Bruno Labbadia fast schon wöchentliche Routine ist. Was er selbst aber noch nicht erlebt hat: Er spielt mit dem FC Augsburg in der Bundesliga gegen einen Verein, den er zuvor trainiert hat.

Und damit auch gegen seinen Nachfolger Peter Bosz, der noch im Amt ist. Nein, er habe damals keinen Kontakt zu Herrlich aufgenommen, um sich zu informieren, erklärte der Niederländer am Sonntag. Bosz und Herrlich sind als Trainer erst einmal aufeinandergetroffen. Am 2. Dezember 2017 gab es zwischen Herrlichs Leverkusenern und den von Bosz trainierten Dortmundern ein 1:1.

Eindeutiger ist die Bilanz zwischen den Klubs. Von 18 Erstliga-Duellen gewannen die Augsburger keines. Zwölfmal siegte Leverkusen, dabei die bisher letzten vier Spielen. Sollten die Leverkusener auch am Montag gewinnen, würden sie in der Tabelle auf Rang vier springen und aus dem bisher durchwachsenen Saisonstart einen ordentlichen machen. Aber auch Augsburg winkt im Falle eines Erfolgs Rang vier.

Herrlich kommt übrigens ohne Verbitterung zurück. Der Zeitpunkt der Entlassung sei überraschend gewesen, "aber die Dankbarkeit überwiegt trotzdem, dass ich die Chance bekommen habe", versicherte er. Auch die Leverkusen-Bosse Rudi Völler und Fernando Carro betonen das gute Verhältnis zum Ex-Trainer.

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