29.11.2020 08:32 Uhr

Wiener Derby: "Spezielles Spiel" ohne Fans

Austria-Trainer Peter Stöger sieht sein Team durchaus ebenbürtig
Austria-Trainer Peter Stöger sieht sein Team durchaus ebenbürtig

Nach zuletzt durchwachsenen Vorstellungen in der Bundesliga haben die Wiener Erzrivalen vor dem 331. großen Derby Erfolgsgefühle verspürt. Machte Rapid in der Europa League mit einem 3:1 bei Dundalk einen Schritt Richtung K.o.-Phase, schraubte die Austria ihre zuvor magere Torausbeute mit einem 5:3 gegen Hartberg im Cup-Achtelfinale hoch. Als Favorit geht am Sonntag Grün-weiß ins Spiel. Die Austria hat im Allianz Stadion aber noch nie verloren.

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"Das Momentum spricht eher für Rapid. Aber zuletzt haben sie wiederum die Tabellenführung liegen gelassen. Es ist 50:50 wie in fast allen Spielen in dieser Liga", sagte Austria-Trainer Peter Stöger zur Ausgangslage. Rapid sei von der Papierform her im Vorteil. "Ich glaube trotzdem, dass alles offen ist", so Stöger. Beim Gegner soll der zuletzt erkrankte Dietmar Kühbauer auf die Betreuerbank zurückkehren. Schier Unvorstellbares gibt es in Coronazeiten: Das Prestigeduell geht ohne Fans in Szene. Dies war zumindest in der Nachkriegszeit noch nie der Fall.

"Harter Fight" erwartet

Es sei trotzdem ein "spezielles Spiel", beteuerte für Rapid Assistenzcoach Manfred Nastl. Stöger sollte ins selbe Horn stoßen. "Es ist trotzdem ein besonderes Spiel. Auch, weil der Zeitpunkt für uns ein spezieller ist." Mit einem Erfolg im Westen Wiens könne sein Team auch für die Tabelle "Schwung mitnehmen" und sich eine gewisse Thematik - nämlich den Top Sechs nachzuhecheln - ersparen. Nach acht Runden ist die Austria derzeit nur Achter und aktuell vier Ligaspiele sieglos.

Rapid verpasste nach dem 3:4 im Schlagabtausch mit Ried den Sprung nach ganz oben und musste sich vom LASK auf Rang drei verdrängen lassen. In der heimischen Arena haben die Hütteldorfer in sechs Versuchen bei drei Niederlagen und drei Unentschieden gegen die Austria noch nicht gewonnen. Im Dezember des Vorjahres trennten sich die beiden Teams mit einem 2:2. Die Bilanz nach den jüngsten zwölf Liga-Duellen ist bei je vier Siegen, vier Remis und vier Niederlagen völlig ausgeglichen.

Nastl stellte sich auf einen "harten Fight" ein. "Die Austria hat mit einem Tag mehr Pause einen Vorteil. Aber es wird keinen Unterschied machen, wir sind den Rhythmus gewohnt", sagte er. Sein Team wolle am Sonntag wieder Gas geben. "Das Derby ist immer so, dass 22 Spieler unter Strom stehen. Es ist ein offenes Spiel, ich sehe keinen Favoriten", erklärte Nastl. Sein Chef "brenne" schon zu Hause darauf, wieder dabei sein zu können. Kühbauer will demnach am Samstag im Training wieder vor Ort sein, nachdem ihm laut Nastl zuletzt eine Grippe und Fieber zu schaffen machten.

Austria nimmt viel Positives aus Cup-Sieg mit

Der gegen Dundalk geschonte Marcel Ritzmaier soll ebenfalls rechtzeitig fit werden. Rapid trainierte Freitagvormittag noch in Dublin, ehe sich der Tross auf die Heimreise machte. Kräfte für das nächste Europa-League-Spiel am kommenden Donnerstag in London gegen Arsenal wird Rapid nicht schonen müssen. Der Aufstieg wird erst im Gruppen-Finale gegen Molde am 10. Dezember entschieden.

Stöger hoffte in Wien auf ein Wiedersehen mit Kühbauer. Gut tat seiner Elf, dass nach Spielen ohne Tore und selbst Torchancen im ÖFB-Cup-Achtelfinale gegen Hartberg vieles klappte. Beim Stand von 5:1 fingen sich die Violetten im Finish zwar noch vermeidbare Gegentore ein, da hatte Stöger aber schon Kräfte geschont. "Es kann nun vieles ins Positive gehen", sagte der Chefcoach mit Blick auf Sonntag. Rapid habe Stärken in der Offensive, jedoch: "Wir haben Möglichkeiten, ihnen defensiv Probleme zu bereiten." Dafür brauche es freilich einen guten Tag.

Aus der Austria-Angriffsabteilung kehrte Christoph Monschein im Cup wieder aufs Spielfeld zurück, nachdem beim Teamstürmer ein Ausfall bis Jahresende befürchtet worden war. Alon Turgeman soll ebenfalls für mehr spielerische Akzente sorgen. Das Duo scheint für einen Einsatz von Beginn an aber noch nicht voll fit zu sein. Starten könnte Dominik Fitz. Der 21-Jährige fehlte ebenfalls monatelang, ein Einsatz über 90 Minuten erscheint noch illusorisch. Fix fehlen wird Alexander Grünwald. Der Austria-Kapitän sah gegen St. Pölten Gelb-Rot und sitzt seine Sperre ab.

apa

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