20.09.2021 07:06 Uhr

Sturm festigt Status als Nummer zwei

Sturm Graz jubelt über den nächsten Sieg in der Bundesliga a
Sturm Graz jubelt über den nächsten Sieg in der Bundesliga a

Hinter Salzburg ist der SK Sturm derzeit die klare Nummer zwei im österreichischen Club-Fußball. Die einzige Niederlage bezog die Truppe von Trainer Christian Ilzer in der ersten Runde gegen den Titelverteidiger, seitdem gab es fünf Siege und zwei Remis. Das "tägliche Brot", wie Ilzer die Bundesliga bezeichnete, ist derzeit also sehr bekömmlich. Am Sonntag wurde die WSG Tirol in der Merkur Arena mit 5:0 vernascht und der Frust aus der Europa League damit gut verdaut.

>> Spielbericht: Sturm Graz gegen WSG Tirol

Nach dem 0:1 bei AS Monaco war der Kantersieg gegen überforderte Tiroler - durch jeweils zwei Treffer von Jakob Jantscher und Kelvin Yeboah und ein Tor von Anderson Niangbo - Balsam auf die Sturm-Seele. Dabei begannen die Gäste stark, obwohl diese wegen der Verletzung von Tobias Anselm schon früh einen Austausch vornehmen mussten. "Zu Beginn des Spiels hat die Tiefe gefehlt, wir hatten unnötige Ballverluste. Vielleicht hatte die Mannschaft nach dem Europa-League-Spiel auch eine gewisse Müdigkeit in den Beinen", meinte Ilzer. "Wir haben ein sehr schwieriges Spiel am Donnerstag gehabt in Monaco, wo wir sehr viel investieren mussten", sagte Jantscher.

"Bodenlose Vorstellung" des WSG Tirol

Mit dem 3:0 in der 48. Minute durch den Elfmeter-Treffer von Yeboah war jedoch die Entscheidung endgültig gefallen. Der WSG fehlten die Mittel und auch der Wille. "Wir haben am Donnerstag gespürt, wie ein Gegner mit großer Dominanz auftritt. Heute haben wir das umgedreht", erklärte Ilzer, dessen Team weiter sieben Zähler hinter Salzburg liegt. "Die Euro League ist eine Riesenchance für uns alle, wo wir lernen und profitieren können. Im heutigen Spiel hatten wir auch individuell mehr Qualität, da gilt es international noch zu lernen."

Ilzer warf fairerweise ein, dass Tirol einige Ausfälle verkraften musste. Auch die von Trainer Thomas Silberberger an einigen Positionen improvisierte Elf hätte sich in manchen Situationen aber besser anstellen können, ja wohl müssen. "Die Vorstellung heute war bodenlos. Ein paar Spieler sollten sich jetzt wirklich einmal hinterfragen, ob sie am Montag dann wieder zum Training erscheinen", verlor Innenverteidiger Raffael Behounek nachher im Sky-Interview die Fassung.

"Wir können nicht zu dritt oder zu viert Fußball spielen, das geht nicht. Am Mittwoch (im ÖFB-Cup/Anm.) gegen den GAK kriegen wir so auch drei Stück", schimpfte er. "Ich weiß nicht, ob es ein paar Spieler nicht freut. Ein paar Spieler haben die Qualität nicht, ein paar Spieler sind nicht in Form."

Bei Sturm läuft es rund

Das Schlusslicht ist bisher noch sieglos, und in Wattens sind die Alarmglocken immer deutlicher zu vernehmen. Wiewohl Silberberger immer wieder auf den großen Umbruch im Sommer verweist: "Wir hatten 15 Neuzugänge." Fakt sei aber auch, "dass wir heuer noch nicht im Tritt sind, und fünf Fouls in 90 Minuten sagen auch etwas aus", so das Tiroler Urgestein. Auf die Brachial-Kritik von Behounek wollte er nicht explizit eingehen, sah den Rundumschlag seines Spielers in den Emotionen nach der Schlappe begründet. "Wir werden alles ganz genau analysieren", meinte er nur.

Bei Sturm läuft es im Moment national rund. Die Belastungssteuerung durch die Teilnahme an drei Bewerben ist ein Thema, soll jedoch durch den kurz vor Saisonschluss noch einmal erweiterten Kader abgefangen werden. Alexandar Borkovic kam gegen die WSG zu seinem ersten Einsatz, Ilzer befindet den 22-Jährigen für die Innenverteidigung als auch die Sechser-Position für geeignet.

"Wir können dadurch Jon (Gorenc-Stankovic/Anm.) ein wenig entlasten", betonte er. "Wir brauchen unseren Kader für diesen intensiven Herbst und wollen gesamtheitlich ein breites Level erreichen." Am Mittwoch geht es für die Grazer im Cup beim VfB Hohenems weiter. Dabei könnte es wieder Wechsel in der ersten Elf geben.

apa

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