03.07.2022 09:20 Uhr

Österreich: Frauen-Fußball vorwiegend im Nachwuchs

Österreichs Teamchefin Irene Fuhrmann
Österreichs Teamchefin Irene Fuhrmann

Der Frauen-Fußball in Österreich ist vorwiegend Nachwuchsfußball. Rund 70 Prozent aller Fußballerinnen sind Mädchen, zeigt eine Statistik des Österreichischen Fußball-Bundes. Der ÖFB zählte in der abgelaufenen Saison 11.251 Fußballerinnen, davon rund 7.900 Mädchen. Leben kann in Österreich kaum eine Spielerin vom Fußball. Nur 30 Fußballerinnen - großteils bei Meister St. Pölten, ein paar bei Vizemeister Sturm Graz, vereinzelt bei anderen Vereinen - gelten nicht als Amateure.

Im Kinderfußball können Mädchen sowohl in eigenen Mannschaften als auch in Bubenteams mitspielen und werden dabei durch eine Stichtagsanpassung gefördert. So dürfen in den Klassen U6 bis U14 die Mädchen in gemischten Mannschaften ein Jahr älter sein als Buben.

Reine Mädchenteams dürfen bis zur U12 sogar zwei Jahre älter sein, diese Regelung gilt ab der kommenden Saison auch bis zur U14. In den rund 2.200 ÖFB-Vereinen gibt es allerdings nur 114 reine Mädchenmannschaften, weil Mädchen meist bei den Burschen integriert sind. Reine Frauenteams sind 245 gemeldet.

Benchmark St. Pölten

Im Leistungsbereich ist die attraktivste Förderung die 2011 gegründete ÖFB-Frauen-Akademie in St. Pölten. Das Budget liegt mittlerweile bei rund einer Million Euro jährlich, bisher haben 85 Spielerinnen die Akademie absolviert. Mehr als die Hälfte der aktuellen Teamspielerinnen wurden in St. Pölten ausgebildet.

Trainerinnen gibt es in Österreich ca. 390 mit einem der vier UEFA-Diplomkategorien, wobei nur Teamchefin Irene Fuhrmann über die höchste Lizenz (UEFA-Pro-Diplom) verfügt. Maria Wolf absolviert den Kurs 2022/23. Einzelne Landesverbände des ÖFB versuchen mit exklusiven Frauen-Kursen Interessentinnen über ein ÖFB-D-Diplom den Einstieg ins Trainergeschäft zu erleichtern.

Zudem hat der Verband 2019 Kurse zur Erlangung der B-Lizenz für aktuelle und ehemalige Bundesliga- und Nationalteamspielerinnen eingeführt, die von EM-Teilnehmerinnen wie Laura Feiersinger, Sarah Puntigam, Katharina Schiechtl oder Lisa Makas absolviert wurden. Im aktuellen Kurs werden unter anderem Sarah Zadrazil oder Carina Wenninger ausgebildet.

apa

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