22.06.2024 15:38 Uhr

Gelöste Atmosphäre im ÖFB-Camp

Sportdirektor Schöttel (r.) beim ÖFB-Training in Berlin
Sportdirektor Schöttel (r.) beim ÖFB-Training in Berlin

Der Tag danach. So entspannte Gesichter hat man im ÖFB-Team in den vergangenen Tagen selten gesehen. Mit dem 3:1-Sieg am Freitag gegen Polen ist großer Druck abgefallen, die EM-Mission wird durch den ersten Sieg mit hoher Wahrscheinlichkeit über das letzte Gruppenspiel am Dienstag (18.00/live "ServusTV") gegen die Niederlande hinaus verlängert. "Für den österreichischen Fußball ist das absolut top", sagte ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel am Samstag nach dem Training in Berlin.

14 Spieler standen im Stadion auf dem Wurfplatz auf dem Rasen. Neben der Startelf vom Spiel gegen Polen regenerierte auch der nach knapp einer Stunde für den verletzten Gernot Trauner eingewechselte Kevin Danso im Hotel. So gelöst die Atmosphäre im Berliner Olympiapark war, der Fokus richtete sich im Tagesverlauf bereits auf die Niederlande. Das für Sonntag angesetzte ÖFB-Training findet erstmals bei dieser EM völlig unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nicht einmal das Aufwärmen darf gefilmt werden.

Der Erfolg im Schlüsselspiel gegen Polen habe der Mannschaft noch einmal Selbstvertrauen für das Gruppenfinale gegeben, meinte Schöttel. "Dieses Selbstvertrauen hilft, dass wir so reingehen wie gegen jeden Gegner. Wir wollen dieses Spiel auch gewinnen und uns auf direktem Weg für das Achtelfinale qualifizieren und nicht irgendwelche Rechenspiele anstellen."

"Das sind die Momente, für die Marko da ist"

Den nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich (0:1) entstandenen Druck hätte man im Vorfeld der Polen-Partie gespürt. "Wir haben alle miteinander gewusst, dass das richtig wichtig ist", sagte Schöttel. Bei den entscheidenden Situationen war Marko Arnautovic im Spiel. Das 2:1 von Christoph Baumgartner ermöglichte der Stürmer-Routinier mit einer Körpertäuschung. "Das sind die Momente, für die Marko da ist - diese Unberechenbarkeit macht ihn aus", erklärte der Sportchef. "Genauso wie er dann die Verantwortung übernimmt und den Elfmeter verwertet."

Auch Co-Trainer Lars Kornetka hob die Bedeutung des 35-Jährigen hervor. "Er ist sehr offen, sehr kommunikativ - ein echter Teamplayer, der enorme Anerkennung und enormen Respekt in der Mannschaft genießt", betonte der enge Vertraute von Teamchef Ralf Rangnick. Auch mit seiner Rolle würde Arnautovic, der gegen Frankreich erst als Joker ins Spiel gekommen war, gut umgehen. Kornetka: "Er ist ein Spieler, der dir nicht nur auf dem Platz was geben kann, sondern auch neben dem Platz, weil er ein guter Mensch ist."

Die Personalentscheidungen trifft das Trainerteam mit Rangnick an der Spitze. Schöttel sieht seine Rolle eher beratend. "Ich bringe mich natürlich ein, aber es ist auch ein Qualitätsmerkmal eines Trainers: Er hat sich ein Trainerteam zusammengestellt, das alles abdeckt", meinte der Ex-Internationale. Rangnick sei aber ständig auf der Suche nach Optimierung. "Er gibt sich nie zufrieden mit dem, was gerade da ist. Er ist immer auf der Suche, etwas zu finden, das uns noch stärker macht. Das ist schon sehr markant."

Die jüngsten Auftritte haben internationale Medien, vor allem deutsche, dazu veranlasst, das Rangnick-Team bereits zum EM-Geheimfavoriten hochzustilisieren. Schöttel kann damit wenig anfangen. "Das ist ein Titel, den du von Medien verpasst bekommst, den sich die Mannschaft auch irgendwie erarbeitet hat. Ich glaube, dass es uns relativ egal ist, wie wir bezeichnet werden."

apa

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