15.03.2017 14:45 Uhr

Senat 5 zieht Kapfenberg sechs Punkte ab

Der Senat 5 (Lizenzausschuss) hat Erstligist Kapfenberger SV sechs Punkte abgezogen. Den Steirern wird ein Verstoß gegen die Lizenzbestimmungen zur Last gelegt.

Der Beschluss - resultierend aus einem Disziplinarverfahren - betrifft die aktuelle Saison und hat nichts mit der Lizenzierung für die kommende Spielzeit zu tun.

Verstoßen haben die Falken gegen die Lizenzbestimmung 4.4.1.3 d) - der Lizenzbewerber/-nehmer muss insbesondere gewährleisten, dass: er die alleinige organisatorische und wirtschaftliche Verantwortung für die (bei der ÖFBL und/oder einem Landesverband des ÖFB gemeldeten) Spieler jener Mannschaft trägt, die an den nationalen (und gegebenenfalls internationalen) Wettbewerben teilnimmt.

"Der nicht bestimmungskonforme Vertrag des Klubs mit einem Dritten wurde mittlerweile aufgelöst", teilte die Bundesliga mit. Der dadurch auf Platz fünf zurückgefallene KSV wird gegen diesen Beschluss Protest einlegen.

"Haben nichts Unanständiges gemacht"

"Wir haben nichts Unanständiges gemacht", betonte Kapfenberg-Präsident Erwin Fuchs, um dann Licht ins Dunkel zu bringen, wobei er weiter ausholen musste. Im Juni des Vorjahres, also nach Abschluss des Lizenzierungsverfahrens für die laufende Saison, habe sich ein 66-jähriger Slowene gemeldet, der sich beim Verein für vier Jahre als Sponsor einbringen wollte - mit dem Ziel, dass Kapfenberg durch die bevorstehende Liga-Reform in die Bundesliga aufsteige.

Trotz der Versprechungen des Mannes habe man Vorsicht walten lassen. Nachdem der Club-Vorstand zugestimmt habe, sei auch ein namhafter Anwalt in Wien eingeschaltet worden. "Alles hat sehr gut ausgesehen", erklärte Fuchs. "Dann wurde ein Vertrag gemacht, in dem steht, dass, wenn er das Geld bezahlt, er als Vize-Obmann in den Vorstand aufgenommen wird. Und da ist dann ein Fehler bei der Formulierung im Vertrag passiert. Wir haben ihm zu viel Rechte eingeräumt, obwohl der Vertrag nie rechtsgültig wurde, weil er bis heute nichts bezahlt hat. Das haben wir der Liga gemeldet."

Fuchs hatte deshalb gehofft, dass sein Klub mit einer Abmahnung vonseiten der Liga davonkomme könne, doch am Mittwoch folgte der Abzug von sechs Punkten. "Wir werden jetzt auf jeden Fall Protest einlegen, wir haben ja nichts angestellt. Wir haben uns blenden lassen und die Anwälte etwas falsch geschrieben. Jetzt haben wir den doppelten Schaden", ärgerte sich Fuchs. "Mir tut das irrsinnig leid, auch für die Spieler. Es regiert leider nur mehr das Geld im Fußball, andere Werte zählen da nicht mehr."

Mehr dazu:
>> Ergebnisse und "bereinigte" Tabelle Erste Liga

red/apa

 

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