28.07.2016 20:24 Uhr

Atlético-Check: Gleiches Team, gleiche Stärke?

Diego Simeone muss seine Mannschaft schnell auf Kurs bringen
Diego Simeone muss seine Mannschaft schnell auf Kurs bringen

Die Colchoneros aus der spanischen Hauptstadt wollen die letzte Saison und das verlorene Champions-League-Finale schnellstmöglich vergessen und in die Zukunft blicken. Bis zum Saisonstart Ende August hat Trainer Diego Simeone allerdings noch allerhand zu tun.

Die Vorbereitung: Die Primera División ist eine der letzten großen Ligen Europas, die zum ersten Spieltag der Saison 2016/2017 bitten. Dementsprechend spät begann die erste Trainingseinheit unter der Leitung von Diego Simeone. Zum Auftakt quartierte sich die Mannschaft ganze zwei Wochen in Los Ángeles de San Rafael ein, einem Ort nordwestlich der Hauptstadt. In der Idylle fühlt sich die Mannschaft nach der anstrengenden und nervenaufreibenden Saison geborgen: "Es ist unser zweites Zuhause", bestätigte Mittelfeldspieler Koke. "Es ist unser Glückort", setzte Routinier Gabi gar noch einen drauf.

Nach jeder Menge Schweiß und Blut durften sich die Spieler endlich auf das erste Testspiel der Saison freuen. Mit 2:0 gewannen die Rojiblancos am Ende gegen CD Numancia, wobei Simeone seine Elf in der Pause kräftig durchmischte. Bis auf A-Junioren-Spieler Amath Diedhiou verließen alle Rot-Weißen das Feld. Unter anderem auch Fernando Torres, Torschütze des 1:0, und der wieder genesene Koke. In Durchgang zwei sorgte ein Eigentor für klare Verhältnisse. Nächste Station des Hauptstadt-Klubs ist nun Australien, wo der Champions-League-Finalist beim International Champions Cup auf Tottenham Hotspur trifft.

Das Personal: Diego Simeone musste bei der Vorbereitung noch auf seine EM-Fahrer Ferreira-Carrasco und Griezmann verzichten. Doch vor allem auf den Franzosen wird der Trainer gerne warten. Der Stürmer ist nicht erst durch die starken Leistungen im Juni in aller Munde und wird von der internationalen Konkurrenz gejagt. Auch weitere Schlüsselspieler haben sich zu Atleti bekannt und bleiben dem Trainer erhalten.

Auf der anderen Seite war man auf dem Transfermarkt noch nicht allzu aktiv. Axel Werner (Atlético de Rafaela) und Diogo Jota (Paços de Ferreira) gelten wohl nicht als überaus namhafte Verstärkungen. Einzig Šime Vrsajlko (US Sassuolo, 16 Mio.) und Nicolás Gaitán (Benfica, 25 Mio.) zählen bisher zur Kategorie "Verstärkung". Gerade deshalb haben die Colchoneros ein Auge auf Sevillas Topstürmer Kevin Gameiro geworfen, der allen Anschein nach für 30 bis 35 Millionen Euro in die Hauptstadt wechseln soll. Oder kommt doch noch Diego Costa, der verlorene Sohn, zurück nach Madrid?

Die Baustellen: Atlético Madrid ist für Überfall-Fußball bekannt. Eine Taktik, die den Spielern sowohl körperlich als auch mental alles abverlangt. Simeone muss daher in der Vorbereitung versuchen, sein Taktik-Repertoire zu vergrößern, um variabler zu sein. Ein neuer Stürmer würde den Rojiblancos dabei gut zu Gesicht stehen, erzielte die Offensiv-Abteilung in der vergangenen Spielzeit "nur" 63 Tore. Im Vergleich: Die beiden Rivalen FC Barcelona und Real Madrid netzten 112 bzw. 110 Mal ein.

Das Fazit: In weniger als vier Wochen muss Simeone seine Mannschaft sowohl in der Breite als auch in der Qualität verbessern, um in allen Wettbewerben Titelchancen zu wahren. Fünf Testspiele in drei Wochen bleiben dem Trainer, um auf Liga-Aufsteiger CD Alavés vorbereitet zu sein. Die Devise "gleiches Team, gleiche Stärke" wird voraussichtlich nicht ausreichen, um weiterhin konkurrenzfähig zu sein. Man darf gespannt sein, bei welchem Spieler Diego Simeone zuschlagen wird.

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