31.12.2013 13:51 Uhr

Hibs gegen Hearts als weiche Ersatzdroge

Im Cupfinale 2012 setzten sich die weinroten Hearts durch, dafür haben sie jetzt kein Geld mehr.
Im Cupfinale 2012 setzten sich die weinroten Hearts durch, dafür haben sie jetzt kein Geld mehr.

Da sich Celtic und die Rangers derzeit nicht messen können, ist das 626. Edinburgh Derby seit 1875 zwischen Hibernian FC und Heart of Midlothian der Neujahrskracher in Schottland. In der Hauptstadt geht es entspannter zu als in der Fußball-Hauptstadt Glasgow. "Hier ist das Derby nur ein Spiel", weiß Pat Stanton, der für die Hibs und für Celtic gespielt hat.

Während hierzulande Ski gesprungen, Bob gefahren, lang gelaufen oder einfach nur der Kater ausgeschlafen wird, rollt auf der Insel am 1. Jänner der Ball. In der englischen Premier League werden alle zehn Spiele am Neujahrstag ausgetragen. In der schottischen Premiership steigen vier Spiele am 1. Jänner, zwei am 2. Jänner - und es sind traditionsgemäß weitgehend Derbys.

Die Mutter aller Derbys, das "Old Firm" zwischen Celtic Glasgow und den Rangers kann heuer nicht steigen, das sich die Gers (noch) in in der League One aufhalten. Also müssen die Bhoys in Grün-Weiß mit dem Stadtrivalen Partick Thistle Vorlieb nehmen. Immerhin ist derzeit ein "New Firm" zwischen Dundee United und Aberdeen drin. Diese Bezeichnung stammt aus den 80er-Jahren, als die beiden Klubs bei der Vergabe der schottischen Titel noch häufig mitzureden hatten.

Taufrisch ist das "Highland Derby" zwischen Inverness CT und Ross County, da es Inverness "Caledonian Thistle" erst seit 1994 gibt, als Inverness "Caley" und "Thistle" fusioniert wurden.  Die Highlander haben sich meist in den Niederungen duelliert. Das heurige Neujahrsderby ist erst das fünfte auf höchster schottischer Liga-Ebene.

Beim Edinburgh Derby geht es um das Spiel

Das mit Abstand prestigeträchtigste Derby nach dem "Old Firm" ist das "Edinburgh Derby" zwischen Hibernian FC und Heart of Midlothian. Das gibt es seit Weihnachten 1875 und am 2. Jänner steigt die 626. Auflage. In Edinburgh geht es weit entspannter zu als in Glasgow. Weder bei den Hibs noch bei den Hearts wurde jemals auf eine bestimmte Konfession oder einen ethnischen Hintergrund der Spieler wert gelegt. "Hier ist das Derby nur ein Spiel", weiß Pat Stanton, der für Hibernian und Celtic gekickt hat und Hibs-Manager war.

Früher waren die Hearts eher der Oberschichten- und die Hibs eher der Unterschichten-Klub. Heutzutage ist alles vermischt, wobei die Hearts im Westen und die Hibs im Osten der Stadt angesiedelt sind und ihre Anhänger vermehrt aus den jeweiligen Bezirken kommen.

Pa Kujabi hat den Hibs den Cup versaut, Flögel hat ihn mit den Hearts geholt

Dass die Rivalität im "Edinburgh Derby" weitaus geringer ist als im "Old Firm", liegt auch an den vergleichsweise bescheidenen Erfolgen. Die Hearts holten die letzte ihrer vier Meisterschaften 1960 und die Hibs halten gar schon seit 1952 bei ebenfalls vier Liga-Erfolgen. Das letzte große Duell stieg im Mai 2012 als sich die beiden Hauptstadtklubs erstmals seit 1896 wieder im schottischen Cupfinale gegenüberstanden. Das versaute den Hibs übrigens der Ex-Rieder Pa Saiko Kujabi, der in der 47. Minute beim Stand von 1:1 einen Elfer verschuldete und mit Gelbrot vom Platz musste. Danny Graininger verwandelte den Strafstoß und in Überzahl schossen die Hearts die Hibs letzlich mit 5:1 ab.

Wie sich ein Cupsieg mit Heart of Midlothian anfühlt, weiß auch der ehemalige ÖFB-Teamspieler Thomas Flögel, der 1998 den schottischen Pott stemmen durfte: "Die elf Mann die damals im Finale gespielt haben, sind bis heute Helden. Wie wir mit dem Bus nach Hause gefahren sind, war die ganze Stadt weinrot."

Hibs wollen ins Meister-Playoff, Hearts endlich das Minus weg

Im Duell am Donnerstag geht es für seine Hearts um die ersten Plus-Punkte. Nachdem sie zu Saisonbeginn nur mehr mit Hilfe eines Insolvenzverwalters finanziell überleben konnten, starteten sie mit 15 Minus-Punkten. 13 haben sie schon gut gemacht. "Mit einem Derbysieg in den Plusbereich zu kommen, wäre für uns psychologisch enorm wichtig", weiß Manager Gary Locke.
>> Schottland: 15 Punkte Abzug für Hearts

Die Hibs kämpfen um den Einzug ins Meister-Playoff der besten sechs Klubs und dürfen sich über einen leichten Aufwärtstrend freuen, seit Terry Butcher ihr neuer Manager ist. Mit ihm sind sie seit drei Spielen ungeschlagen und feierten vergangenen Sonntag einen 3:0-Heimsieg gegen Kilmarnock.  Ein weiterer Erfolg wäre der 200. gegen die Hearts in der über 137-jährigen Duell-Geschichte. Die Hearts halten bei 279. Erfolgen. 148 Mal trennten sie sich unentschieden.
>> Butcher neuer Manager bei Hibernian

>> Ergebnisse, Spielplan und Tabelle Premiership

Thomas Schöpf

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