Reals Clásico-Pleite: "Wir sind ehrenvoll gefallen"

Real Madrid beklagt nach dem 0:3 im Copa-Rückspiel gegen den FC Barcelona die eigene Abschlussschwäche, Barça freut sich über die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Eine gnadenlos effiziente Vorstellung hat den FC Barcelona zum sechsten Mal in Serie ins spanische Cupfinale gehievt. Die Katalanen gehen am Samstag (20:45 Uhr) auch als leichter Favorit ins Ligaduell mit Real Madrid. So klar, wie es das Ergebnis von 3:0 (0:0) vermuten lassen würde, ist die Rolle im nächsten "Clásico" aber keineswegs verteilt.
Real präsentierte sich im Halbfinal-Rückspiel der Copa del Rey trotz der letztlich klaren Niederlage stark, scheiterte aber an Barça-Torhüter Marc-André ter Stegen und am eigenen Unvermögen im Abschluss. "Im Fußball geht es auch darum, wie kaltschnäuzig du bist. Wir haben mit Engagement und Energie gespielt, aber unsere Chancen nicht genützt", erklärte Real-Trainer Santiago Solari.
Vor allem Jungstar Vinícius Jr. wirbelte die Barça-Hintermannschaft durcheinander. So stark der 18-jährige Brasilianer vor der Pause kreierte, so schwach agierte er aber im Abschluss. "Wir hoffen, dass einige der Schüsse, die diesmal danebengegangen sind, am Samstag reingehen", sagte Solari. "Wir sind ehrenvoll gefallen, aber es ist schwer, im Fußball über Fairness oder Ungerechtigkeit zu sprechen."
Barcelona-Trainer Valverde: "War keine berauschende Leistung von uns"
Selbst Ernesto Valverde musste eingestehen, dass sein Team um den blass gebliebenen Superstar Lionel Messi im Estadio Santiago Bernabéu keine Galavorstellung geboten hatte. "Es war keine berauschende Leistung von uns, das müssen wir anerkennen", meinte der Barcelona-Trainer. "Aber wir haben drei Tore erzielt, ohne viele Torchancen zu kreieren. Manchmal ist es einfach andersrum."
Zum Matchwinner avancierte Luis Suárez, der einen Doppelpack schnürte und auch am Eigentor von Reals Raphaël Varane beteiligt war. Nur an der Effizienz wollte der Uruguayer den Triumph nicht festmachen. Er berief sich auch auf Barças Ansprüche. "Man muss dem Ruf dieses Klubs gerecht werden, und das ist der Beste der Welt zu sein", sagte Suárez. "Insgesamt haben wir das heute gezeigt."
Ter Stegen, der zweite Vater des Sieges, dürfte im Finale wieder Cup-Torhüter Jasper Cillesen Platz machen müssen. In der Liga hat der Deutsche am Samstag aber noch einmal die Chance, im Bernabéu zu glänzen. "Es ist in dieser Saison nicht das erste Mal, dass Ter Stegen für Barcelona entscheidend ist", meinte die spanische Sportzeitung "Marca" in ihrer Donnerstag-Ausgabe. Neun Punkte liegt Tabellenführer Barça in der Liga vor dem Erzrivalen Real.
apa







