20.04.2017 19:34 Uhr

Halbzeitpfiff für Austrias Stadionumbau

Die Austria ist beim Stadionumbau im Plan
Die Austria ist beim Stadionumbau im Plan

Die Wiener Austria nähert sich beim Stadionumbau der Halbzeit. Im zweiten Quartal 2018 soll die dann national 17.500 Zuschauer fassende Generali Arena fertig sein. Austria-Vorstand Markus Kraetschmer versicherte im Rahmen einer Baustellenbesichtigung: "Wir sind voll im Zeitplan."

Die neue zweirängige Westtribüne hat die Dachhöhe bereits erreicht. Der Rohbau der Nordtribüne, die neben einem großen VIP-Bereich und Büroräumlichkeiten auch eine zweistöckige Tiefgarage beherbergen wird, soll im Spätsommer stehen. Dann folgen die Arbeiten am Innenleben der Tribünen, wie sie etwa auf der Südseite schon laufen. Dort werden der Medienbereich den Anforderungen der UEFA gemäß ausgebaut und die Kabinentrakte renoviert.

Das gesamte Projekt inklusive Trainingsplätzen und Akademie kostet den Veilchen 48 Millionen Euro, 42 davon fließen in das Stadion. "Wir sind auch hier im Budgetplan", sagte Kraetschmer, "wir haben hier auch ein intensives Controlling."

Hinter dem Investbudget steht ein klares Finanzierungsmodell. Die Namensrechte des Stadions wurden bis 2023 an Generali abgegeben, mit Option bis 2028. Dazu kamen mehrere Crowdfunding-Projekte sowie langfristige Kredite.

Sportbudget von Baukosten vorerst verschont

Das Sportbudget bleibt laut Kraetschmer unangetastet, vorerst. Wenn die Austria ihr insgesamt zweijähriges Exil beendet und vom Ernst Happel Stadion nach Favoriten zurückkehrt, müssen die Kreditraten allerdings aus dem laufenden Spielbetrieb zurückgezahlt werden. "Wir haben dann ja auch Mehreinnahmen", so Kraetschmer, der anfangs mit einem Schnitt von über 10.000 Zuschauern pro Spiel rechnet. Zum Vergleich: Im überdimensionierten Prateroval liegt der Schnitt bei rund 7.400.

"Wir erwarten uns sehr viel von der U-Bahn", unterstrich der Austria-Bauherr. Die U1 verbindet schon ab September 2017 den Verteilerkreis mit Innenstadt und Hauptbahnhof. Rund um das Stadion entsteht mit dem Viola Park und dem Ballsportgymnasium ein neuer Stadtteil. Das lässt auch auf Einnahmen abseits der Spieltage hoffen.

Lernen von den Problemen des Erzrivalen

Am Sonntag (ab 16:30 Uhr im weltfussball-Liveticker) trifft die Austria im 321. Wiener Derby auf Rapid. Für die Veilchen ist es gewissermaßen ein Blick in die Zukunft. Der Erzrivale hat seine neue Heimstätte bekanntlich im vergangenen Sommer eröffnet. Neben der Erkenntnis, dass ein Stadion samt Euphorie kein Garant für Titelträume ist, hatten die Hütteldorfer auch mit anderen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Der unzureichend verwachsene Rasen darf als eine Ursache des unglaublichen Verletzungspechs bei Rapid in dieser Saison betrachtet werden.

Kraetschmer sieht die Austria diesbezüglich gut vorbereitet. "Deswegen drücken wir auch so aufs Tempo." Je schneller der Rohbau steht, desto früher können Detailthemen in Angriff genommen werden. Das Stadion erhält ebenso wie zwei Trainingsplätze hinter der Nordtribüne neue Rasenheizungen. Für Trainings gibt es je einmal Natur- und Kunstrasen. Welches Grün schließlich im Stadion zum Einsatz kommen wird, ist noch offen.

Suche nach dem Partner für den ersten Tanz

Auch gegen wen die Austria Rasen und Stadion einweihen wird, ist noch nicht geklärt. Vorstand Kraetschmer sieht den Klub bei der Auswahl mit einigen Problemen konfrontiert. Ein Kaliber wie der FC Barcelona wäre reizvoll, aber sehr teuer. "Wir reden hier über einen siebenstelligen Betrag", so Kraetschmer. Eine Enttäuschung sei trotzdem nicht ausgeschlossen. "Ist das dann auch der FC Barcelona, den wir und unsere Fans sehen wollen?", fragt Kraetschmer. Im Sommer 2018 findet die WM in Russland statt. Das Finale ist für den 15. Juli terminiert. Etliche internationale Stars stehen bis dahin im Turnier-Einsatz oder treten nach dem Ausscheiden erst einmal ihren wohlverdienten Urlaub an. 

Hinzu kommen weitere Fragezeichen wie der neue Rahmenterminplan der ab 2018 im neuen Modus ausgetragenen Bundesliga sowie ein möglicher früher Einstieg in den Europacup. Die violetten Fans müssen sich also noch gedulden. Bis Ende dieses Jahres will die Austria den Gegner für die Eröffnung jedenfalls gefunden haben.

Mehr dazu:
>> Austria vor Derby wieder auf Kurs 

Sebastian Kelterer

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