14.06.2017 15:00 Uhr

Iran will Stadionverbot für Frauen aufheben

Auf den Straßen feierten auch viele Frauen die Quali
Auf den Straßen feierten auch viele Frauen die Quali

Der Kapitän der iranischen Nationalelf hat von Präsident Hassan Ruhani den Zugang von Frauen in die Stadien gefordert. Der Präsident müsse das seit fast 38 Jahren geltende Verbot aufheben, sagte Massud Schodschaei laut dem Nachrichtenportal Varzesh3 bei einem Treffen mit Ruhani am Mittwoch. "Sie sollten die Weichen dafür stellen, dass auch Frauen künftig in die Stadien kommen können."

Der Mittelfeldspieler ist beim griechischen Erstligisten Panionios Athen unter Vertrag. Schodschaeis Forderung wird als ein Tabubruch angesehen. Noch nie hat ein iranischer Fußballer sich getraut, die Aufhebung des Stadionverbots offiziell zu fordern. Seit der islamischen Revolution von 1979 dürfen Frauen nicht mehr in Fußballstadien.

Daher konnten weibliche Fans am vergangenen Montag im Asadi Stadion auch nicht die frühzeitige Qualifikation Irans für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland mitfeiern. Dafür waren aber Hunderttausende von ihnen nach dem Spiel auf die Straßen gegangen, um den Sieg zu feiern. Ruhani hatte am Mittwoch die Nationalmannschaft und ihren portugiesischen Coach Carlos Queiroz ins Präsidialamt eingeladen.

Zwar ist auch die moderate Regierung von Ruhani gegen das Verbot, konnte sich aber bisher gegen den einflussreichen Klerus nicht durchsetzen. Der ist der Auffassung, dass islamische Frauen in Stadien mit frenetischen männlichen Fans und deren vulgären Anfeuerungen nichts zu suchen haben. Islamistische Gruppen warnten sogar, notfalls mit Gewalt den Besuch von Frauen zu verhindern.

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apa

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