19.06.2017 21:11 Uhr

Löw-Interview: "Chile wird ein anderes Level"

Bundestrainer Löw geht die kommenden Aufgaben mit Respekt an
Bundestrainer Löw geht die kommenden Aufgaben mit Respekt an

Kurz nach dem 3:2-Erfolg gegen Australien hat sich Bundestrainer Joachim Löw in einem Interview zur Leistung seiner Mannschaft, zu den Patzern von Keeper Bernd Leno und den kommenden Aufgaben geäußert.

Herr Löw, wie zufrieden sind Sie mit dem 3:2 zum Auftakt des Confed Cup gegen Australien?

Ich bin zufrieden, dass wir die ersten drei Punkte eingefahren haben und der Meinung, dass wir die erste Halbzeit sehr gut gespielt haben, gute Kombinationen hatten und alles unter Kontrolle. Wir haben viel investiert in Laufwege nach vorne, das schlechte war nur, dass wir nur 2:1 geführt haben, obwohl wir viele Chancen rausgespielt haben. Nach 60 Minuten haben wir ein bisschen den Faden verloren, die Angriffe nicht mehr so konsequent zum Abschluss gebracht.

Fehlt da das Feintuning?

Ja, wir können daran arbeiten, die Stabilität zu halten. Trotz allem darf man die Erwartungen nicht zu hoch stecken. Es gab sehr, sehr gute Ansätze, damit bin ich absolut zufrieden. Ich erwarte nicht, dass nach nur zehn Tagen alles passt. Es ist bemerkenswert, dass die Mannschaft die zwei, drei Schwerpunkte, die wir gesetzt haben, so gut umsetzen kann. Das freut mich und das konnte man so nicht erwarten.

Wie bewerten Sie die Leistung von Leon Goretzka, der an allen drei Toren beteiligt war?

Er war sehr stark, das war er die ganzen drei Tage hier schon bei uns. Er war sehr präsent und hat sehr viel gearbeitet, Zweikämpfe gewonnen in der Defensive, hat überragende Läufe in die Tiefe gemacht, das ist schwer zu verteidigen, wie man beim dritten Tor gesehen hat. Er ist in einer sehr guten Form und macht einen sehr guten Eindruck.

Bernd Leno dagegen hat zwei Gegentore verschuldet...

Der erste Schuss aus 16 Metern war nicht leicht zu halten, weil er mit Vollspann abgegeben wurde. Den zweiten hätte er festhalten können. Aber er ist ein sehr guter Torwart, im Training hat er einen sehr guten Eindruck gemacht. Er hat mal einen Fehler gemacht, das ist für mich kein Problem.

Im nächsten Spiel am Donnerstag wartet Chile.

Da ist es sicher gut, dass nicht alles so gut gelaufen ist. Jetzt wissen wir, woran wir arbeiten können. Chile wird ein Spiel auf einem anderen Level. Chile spielt mit einer unglaublichen Variabilität und Intensität, da müssen wir schauen, dass wir die Stabilität über 90 Minuten halten können, nicht nur über 60.

Ist Chile für Sie noch immer der Turnierfavorit?

Chile ist auf jeden Fall eine der weltbesten Mannschaften, eingespielt, hat fantastische Einzelspieler und ist im taktischen Bereich flexibel wie wenige andere Mannschaften. Sie können Dinge während des Spiels verändern, die Spieler wissen um die Laufwege, haben eine unglaubliche Wucht nach vorne und wechseln ständig die Positionen. Das ist absolut klasse, wie Chile spielt.

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