11.08.2017 09:50 Uhr

Auf Janko wartet brutaler Titelkampf

Marc Janko hat in der goldenen Stadt eine tolle neue Aufgabe gefunden
Marc Janko hat in der goldenen Stadt eine tolle neue Aufgabe gefunden

Marc Janko ist fast schon zu Hause. Mit seinen 34 Jahren hat der ÖFB-Teamspieler inzwischen Stationen als Legionär beim FC Twente, FC Porto, Trabzonspor, Sydney FC und dem FC Basel hinter sich gebracht. Anfang Juni unterschrieb er einen Vertrag für zwei Jahre in der "goldenen Stadt". Prag ist seine neue Wohnadresse, Sparta sein Arbeitgeber. Zeit für einen weltfussball-Besuch beim Torjäger.

Ein ganz normaler Wochentag in Mladá Boleslav. Škoda-Werk und die Heimstätte des FK Mladá Boleslav sind in unmittelbarer Nähe. Das Městský stadion ist mit seinen 5.000 Plätzen restlos ausverkauft. Zu Gast ist Rekordmeister Sparta. Der 1893 gegründete Traditionsverein aus der Hauptstadt Prag hat dank seines stimmkräftigen Anhangs selbst auswärts Heimvorteil.

Die Hausherren mit den aus ihren Zeiten in der österreichischen Bundesliga bekannten Douglas Silva und Patrizio Stronati kämpfen tapfer, aber glücklos. Am Ende bejubeln die spielerisch überlegenen Gäste deshalb einen verdienten 1:0-Erfolg dank eines Goldtors von Ex-Austrianer David Lafata nach Vorarbeit von Inter-Leihspieler Jonathan Biabiany.

Umjubelter Mann des Tages ist aber Tomáš Rosický. Der 36-Jährige genießt in seiner Heimat Legenden-Status. Bei seiner Einwechslung gibt es standing ovations selbst von den Fans des Heimteams. Lediglich die Stange verhindert im Finish bei einem Kopfball einen Treffer des Publikumslieblings. Am Ende ist Selfie-Time mit dem Superstar.

Der Mann mit der Nummer 49 kommt wenig später ebenfalls in die Mixed Zone. Muss endlos lange Autogramme schreiben, seine Unterschrift steht hoch im Kurs. Alle Wünsche der Fans sind erfüllt. Zeit für ein Gespräch mit dem einzigen angereisten Journalisten aus der Heimat. Marc Janko spricht mit weltfussball über...

seinen Wechsel vom FC Basel nach Prag zu Sparta:

Als das Angebot von Sparta gekommen ist, war es mir wichtig einen Eindruck von der Situation zu bekommen. Dann hat mir auch noch der Trainer in einem Gespräch versichert, dass ich sein Wunschstürmer bin. Das hatte für mich einen enormen Stellenwert. Danach ist mir die Entscheidung diesen Transfer zu machen eigentlich sehr leicht gefallen.

die Erwartungen bei seinem neuen Verein in Prag:

Die Saison hat mit dem Scheitern in der Qualifikation der Europa League gegen Roter Stern leider alles andere als gut begonnen.

Dadurch hat sofort Unruhe geherrscht und man hat gesehen, welche hohen Erwartungen es bei Sparta gibt. Darum ist es nun sehr wichtig, dass wir uns voll auf Liga und Cup konzentrieren. Sparta war jetzt drei Mal in Serie nicht Meister und darum ist der Wunsch bei Fans, Spielern und Offiziellen sogar noch ein wenig größer. 
>> Ehrentafel der tschechischen Meister

den Kontakt mit seinem Ex-ÖFB-Teamkollegen Andreas Ivanschitz:

Natürlich habe ich mit Andi darüber gesprochen, als das Interesse von Sparta konkret wurde. Er kennt schließlich die Liga durch sein Engagement bei Viktoria Plzeň ganz genau. Er hat mir erzählt, dass hier sehr körperbetont gespielt wird und die Schiedsrichter nicht sofort alles abpfeifen. Darauf muss man sich einstellen, aber damit habe ich kein Problem.

seine neue Wohnadresse in der goldenen Stadt:

Prag ist wirklich wunderschön. Eine faszinierende Stadt mit allen Möglichkeiten einer Metropole. Noch dazu war es mir wichtig, dass meine Familie und ich wieder ein Stück näher daheim sind. Von Wien nach Prag ist es jetzt keine Weltreise. Nach dem Ende meiner aktiven Karriere wollen wir dann aber ohnehin wieder zurück nach Österreich.

die kommenden Aufgaben mit Sparta und dem ÖFB-Team:

Natürlich hat jeder schon das ganz wichtige WM-Qualifikationsspiel in Cardiff gegen Wales im Hinterkopf. Das ist eine "Schnittpartie", dessen sind wir uns bewusst. Aber ganz ehrlich: Ich konzentriere mich jetzt nur auf die nächste Aufgabe mit Sparta und die heißt Slovan Liberec.

den Titelkampf in der tschechischen Liga:

Sparta und Slavia haben für tschechische Verhältnisse enorm investiert. Es gibt in der kommenden Saison zwei Startplätze für die Champions League. Es wird deshalb ein hartes Rennen der großen Vereine aus Prag mit Viktoria Plzeň werden. Dabei geht es um sehr viel Geld. Jeder weiß das. Uns erwartet ein brutaler Titelkampf, aber wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren. Unser Team hatte alle Möglichkeiten, weil wir wirklich sehr gute Einzelspieler haben. Jetzt müssen wir schnell als Mannschaft zusammenwachsen und hart an uns arbeiten.

seine persönliche Situation:

Ich bin jetzt wieder voll fit. Leider hat mir in der Vorbereitung eine Erkrankung zu schaffen gemacht und mich etwas zurückgeworfen. Außerdem bin ich inzwischen auch Familienvater und habe eine gewisse Verantwortung gegenüber meinem Kind, da muss man schon sehr genau aufpassen. Mit dem Trainer und dem Betreuer-Team war und ist aber alles genau abgesprochen. Mir geht es körperlich sehr gut und der Rest kommt dann schon von selbst.

Mehr dazu:
>> Die besten Bilder von Marc Janko
>> Ergebnisse und Tabelle der tschechischen Liga

Christian Tragschitz

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