Real Madrid beendet erstmals unter Trainer José Mourinho eine Saison ohne großen Titel. In der Liga war Erzrivale FC Barcelona eine Nummer zu groß, in der Champions League kam im Halbfinale gegen Borussia Dortmund das Aus und im spanischen Königspokal (Copa del Rey) verloren die "Königlichen" am Freitag das Finale gegen den Stadtrivalen Atlético Madrid mit 1:2 nach Verlängerung.

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Real Madrid Trainer José Mourinho ist sichtlich nicht zufrieden

Mourinho sprach daher von der "schlechtesten Saison" seiner Karriere. Der Startrainer war 2010 von Inter Mailand nach Madrid gekommen, hatte in seiner ersten Saison den Cup und in seiner zweiten den Meistertitel gewonnen. Nun blieb ihm in seiner wohl letzten Saison bei Real ein Erfolg verwehrt, sieht man vom wenig prestigeträchtigen spanischen Supercup ab.

Er räumte daher eigenes Versagen ein. "Diese dritte Saison ist eine Enttäuschung, ein Scheitern, wie auch immer sie es nennen wollen", sagte Mourinho. "Wenn eine Person die Verantwortung übernehmen muss, dann kann man sagen, dass ich in dieser Saison versagt habe", erklärte er. "Das ist die schlechteste Saison meiner Karriere mit einem Titel, der weder für mich noch für einen Verein wie Real Madrid genug ist. Das bedeutet eine schlechte Saison mit einem Finale, einem Halbfinale einem zweiten Platz und einem Supercup. Für viele wäre es gut gewesen, für mich nicht, weil ich keinen großen Titel gewonnen habe", folgerte Mourinho.

Seit Monaten wird davon ausgegangen, dass der Portugiese Madrid verlassen und zu seinem Londoner Ex-Klub Chelsea zurückkehren wird. Spanische Medien brachten schon den Italiener Carlo Ancelotti, der Paris Saint Germain zum französischen Meistertitel geführt hat, als Nachfolger ins Spiel. Seine Zukunft ließ Mourinho am Freitagabend offen. "Ich habe noch drei Jahre Vertrag und ich habe mich mit dem Präsidenten noch nicht zusammengesetzt", erklärte er.

Mourinho hatte am Freitag in die Entscheidung nicht mehr eingreifen können, war er doch in der 77. Minute wegen Schiedsrichterkritik auf die Tribüne verbannt worden. Miranda erzielte in der 98. Minute den Siegestreffer. Cristiano Ronaldo hatte Real in der 14. Minute in Führung gebracht, Diego Costa gelang in der 35. Minute der Ausgleich. Dreimal traf Real nur die Latte, weshalb Mourinho von einem unverdienten Sieger sprach. "Es ist nicht normal, dreimal den Pfosten zu treffen. Ich muss kein Zauberer sein um zu sagen, dass das Ergebnis nicht fair ist, dass Atletico kein verdienter Sieger ist", sagte er nach dem turbulenten Ende.

Denn die Partie vor 80.000 Zuschauern in Reals Heimstätte Bernabeu endete unrühmlich. Reals Superstar Ronaldo wurde in der Schlussphase (114.) wegen Nachtretens ausgeschlossen, danach kam es an der Seitenlinie zu tumultartigen Szenen. Atléticos Torhüter Courtois wurde offenbar von einem Wurfgeschoß am Hinterkopf getroffen.

Atlético feierte nicht nur den zehnten Cupsieg, den ersten seit 1996, sondern auch das Ende einer schwarzen Serie gegen den Stadtrivalen. Für Atlético war es der erste Derbysieg seit fast 14 Jahren. Der Klub aus dem Süden der Hauptstadt hatte davor in 25 Duellen mit dem großen Nachbarn aus dem wohlhabenden Norden kein einziges Mal gewonnen.

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apa