17.01.2020 11:31 Uhr

Gehandicapter Kohfeldt startet "Werdergutmachung"

Florian Kohfeldt und Werder Bremen stecken in der Krise
Florian Kohfeldt und Werder Bremen stecken in der Krise

Werder Bremen steht zum Rückrundenstart im Kellerduell bei Fortuna Düsseldorf unter großem Druck - doch Trainer Florian Kohfeldt kann nicht wie gewohnt coachen.

Florian Kohfeldt tigert in seiner Coaching Zone auf und ab. Der Trainer von Werder Bremen feuert an, korrigiert seine Mannschaft lautstark, und lebt die 90 Minuten emotional voll mit. Normalerweise.

Vor dem so wichtigen ersten Spiel der zur "Werdergutmachung" ausgerufenen Rückrunde ist aber für Kohfeldt nichts normal. Sein verletzter Fuß wird den 37-Jährigen im Kellerduell bei Fortuna Düsseldorf am Samstag wohl zum Sitzen zwingen. Auch die Vorbereitung ist beeinträchtigt.

"Er wird vielleicht etwas mehr auf der Bank sitzen, als man das sonst gewohnt ist", sagte Sportchef Frank Baumann, der für seinen Trainer die Pressekonferenz abhielt. Die Einheiten vor dem scharfen Start ins Jahr 2020 absolvierten die Profis unter der Leitung von Ex-Nationalspieler Tim Borowski sowie den weiteren Assistenten Ilia Gruev und Thomas Horsch.

Zuhause am Laptop schaute sich Kohfeldt Aufnahmen des Trainings an und tüftelte an der Taktik für den Jahresauftakt, dem gleich eine große Bedeutung zukommt. Die Tatsache, dass Werder im ersten Spiel der Rückrunde auf einen direkten Konkurrenten trifft, könne helfen, sagte Baumann, "insbesondere bei einem Sieg." Eine Niederlage können sich die Hanseaten nicht erlauben.

Matchplan-Sitzung in Kohfeldts Wohnzimmer

Also werkelt Werder eifrig an einer Idee, wie der sicher kämpferischen Fortuna beizukommen ist. "Wir haben die Matchplan-Sitzung, die normalerweise in den Besprechungsräumen stattfindet, in das Wohnzimmer von Florian verlegt", berichtete Baumann.

Die Basis nach der schwächsten Hinrunde der Vereinsgeschichte und dem Absturz auf Rang 17 muss dabei eine verbesserte Defensive bilden. 41 Gegentore sind viel zu viel. Die Hoffnung ruht nun vor allem auf Kevin Vogt, den die Bremer für ein halbes Jahr von der TSG Hoffenheim losgeeist haben. "Ich stehe voll im Saft und bin topfit", sagte der 28-Jährige: "Ich weiß, was erwartet wird und worauf es ankommt."

Werder will sich im Kampf um die Bundesliga-Existenz nicht vor dem eigenen Tor einigeln. Das passt zu Vogt. "Ich mag mutigen Fußball. Am Ende des Tages wird er belohnt", sagte der erfahrene Defensivspezialist, der auch eine Komponente einbringen soll, die den Grün-Weißen zuvor fehlte: Die Bremer brauchen mehr Körperlichkeit.

Baumann fordert "ein ganz anderes Gesicht"

"Wir müssen um jeden Punkt fighten", sagte auch Baumann und betonte, dass sein Team "ein ganz anderes Gesicht" zeigen müsse, um in der Endabrechnung mindestens Rang 15 zu erreichen.

Fortuna gegen Bremen - das klingt schon ein wenig wie ein vorgezogenes, erstes Abstiegsendspiel. Baumann und Funkel sehen das aber anders: "Wer dieses Spiel verliert, ist noch längst nicht abgestiegen", sagte der routinierte Trainer der Düsseldorfer, der einen Vorteil besitzt.

Funkel kann wie gewohnt an der Seitenlinie coachen.

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