19.01.2020 10:36 Uhr

"Knallhart"-Ansage: Werder will sich nicht ausruhen

Florian Kohfeldt erwartet weiter Konzentration von Werder Bremen
Florian Kohfeldt erwartet weiter Konzentration von Werder Bremen

Die kurze Freude über den Sieg gegen Fortuna Düsseldorf hatte sich noch nicht gelegt, da standen Florian Kohfeldt von Werder Bremen schon die Sorgenfalten auf der Stirn.

Die Situation um den verletzten Kevin Vogt, der ärgerliche Platzverweis für Niklas Moisander und der Gedanke an den dadurch bedingten Ausfall der wichtigsten Abwehrspieler trübten Kohfeldts guten Eindruck von der Vorstellung seiner Mannschaft.

"Es ging in diesem Spiel um den Klassenverbleib um sehr viel, da war es wichtig, dass die Mannschaft die Basics mitbringt. Aber jetzt geht es knallhart weiter", sagte Werder Bremens selbst durch eine Fußverletzung gehandicapter Trainer nach dem 1:0 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf und dem Ende der Niederlagenserie von vier Spielen.

Neuzugang Vogt, der in der Nachspielzeit vom eigenen Torwart hart im Gesicht getroffen wurde, hatte sich zumindest keine schweren Verletzungen zugezogen, sondern nur eine Gehirnerschütterung, wie der Club mitteilte. Dennoch setzen sich die großen Personalprobleme an der Weser weiter fort. Der ehemalige Hoffenheimer sollte für Stabilität sorgen, jetzt fällt er erstmal aus.

"Wir sind natürlich heilfroh, dass es noch verhältnismäßig glimpflich abgegangen ist", sagte Kohfeldt. "Wir werden jetzt Anfang der Woche noch verschiedene Tests machen, um abschließend zu klären, wann Kevin wieder ins Training einsteigen kann."

Moisander erweist dem SV Werder Bremen einen Bärendienst

Umso ärgerlicher ist für die Bremer die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Felix Brych gegen Moisander wegen Meckerns nach der Verletzungsszene von Vogt. Die Bremer Spieler waren erregt, weil nach dem Zusammenstoß von Jiri Pavlenka und Vogt auch noch zwei Düsseldorfer Spieler mit dem Bremer Torwart kollidierten. "Wenn man dann als Kapitän nicht mehr zum Schiedsrichter gehen darf, dann verstehe ich das nicht", sagte Bremens Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt.

Es war zwar bekannt, dass die Schiedsrichter bei Meckern schneller die Gelbe Karte zeigen sollen. Doch in dieser Situation hatte Kohfeldt dafür wenig Verständnis. "Da machen Leute Regeln, die haben vom Fußball aber mal gar keine Ahnung", sagte der Bremer Trainer dem TV-Sender "Sky". Auch für Werders Spielführer, der verletzungsbedingt nur sechs Hinrundenspiele bestritt, war es am Samstag ein Gefühlschaos. Kurz zuvor hatte Düsseldorfs Bundesliga-Debütant Florian Kastenmeier im Tor der Fortuna einen Kopfball von Moisander mit der Schulter zum 0:1 ins eigene Tor gelenkt.

Im nächsten Spiel gegen Hoffenheim wird Kohfeldt seine gerade gestärkte Abwehr wieder umkrempeln müssen. Vogt wird fehlen, Moisander ein Spiel pausieren. Ömer Toprak, dritter Mann der Dreier-Abwehr, musste nach 71 Minuten in Düsseldorf raus. "Er war nach seiner Verletzung noch nicht in der Verfassung, dass er 90 Minuten spielen kann", sagte Bremens Coach. Dabei hatte seine neuformierte Defensivreihe erstmals in dieser Saison kein Gegentor kassiert. "Wir haben unser Tor verteidigt, als sei es unser letztes Spiel", meinte Bittencourt. "Aber man macht es uns in dieser Saison nicht leicht. Wir müssen uns gegen diese Dinge stemmen", sagte der Mittelfeldspieler.

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