16.03.2017 12:30 Uhr

"Wiedergeburt": Bayer trotz Aus zufrieden

Michael Schade war mit der Leistung seiner Leverkusener zufrieden
Michael Schade war mit der Leistung seiner Leverkusener zufrieden

Obwohl sich Bayer Leverkusen durch ein 0:0 bei Atlético Madrid für längere Zeit von der Bühne der Champions League verabschiedet haben dürfte, hielt sich bei der Werkself der Frust in Grenzen.

Michael Schade holte noch einmal Luft, dann zog der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen endgültig einen Schlussstrich unter die Champions-League-Saison und vor allem die Ära Roger Schmidt. Nach Wochen der Enttäuschung blickte er bei gemischter Paella und Seehecht in grüner Sauce zuversichtlich in die Zukunft. "Das Wunder ist ausgeblieben, aber wir haben die Wiedergeburt des kontrollierten Fußballs erlebt", sagte der 64-Jährige weit nach Mitternacht beim Bankett im Salón Panorámico im 30. Stock des noblen Fünf-Sterne-Hotels Eurostars Tower über den Dächern von Madrid.

Das 0:0 im Achtelfinal-Rückspiel bei Vorjahresfinalist Atlético Madrid sowie die deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum 2:4-Hinspiel und den jüngsten Bundesliga-Vorstellungen hat bei Bayer wieder die Lebensgeister geweckt. "Wir können uns erhobenen Hauptes und nicht durch die Hintertür von der europäischen Bühne für diese Saison verabschieden", resümierte Schade: "Solche Spiele wollen wir in der kommenden Saison wieder erleben. Ich bin mir sicher, wenn wir diese Power und den Enthusiasmus von heute mitnehmen, werden wir auch in der nächsten Spielzeit international vertreten sein."

Leno: "Gutes Gefühl, dass wir noch Fußball spielen können"

Das unterstrich drei Tage vor dem Gastspiel bei 1899 Hoffenheim auch der neue Trainer Tayfun Korkut nach seiner bemerkenswerten Europacup-Premiere. "Wir haben heute viele gute Ansätze gesehen, den nächsten Schritt in die richtige Richtung gemacht und wollen nächstes Jahr wieder international spielen", sagte der 42-Jährige, der den von seinem Vorgänger Schmidt hinterlassenen Scherbenhaufen Stück für Stück zusammenkehrt.

Das belegen auch die Aussagen der Spieler. "Wir spielen einen anderen Fußball", sagte Roberto Hilbert, der von Schmidt aussortiert worden war und im Estadio Vicente Calderón zu den besten Bayer-Akteuren zählte. Und der überragende Nationaltorwart Bernd Leno ergänzte: "Wir haben es im Hinspiel vergeigt. Nach einem 2:4 war es fast unmöglich, hier noch etwas mitzunehmen. Es gibt uns aber ein gutes Gefühl zu sehen, dass wir noch Fußball spielen können."

Völler lenkt Konzentration auf die Bundesliga

In der Tat scheint Korkut die verschüttet gegangenen Qualitäten der teuersten Bayer-Mannschaft der Vereinsgeschichte wieder ans Tageslicht zu bringen. Nach zwei Unentschieden will der Coach am Samstag (15:30 Uhr) im Kraichgau seinen ersten Sieg auf der Bayer-Bank feiern. "Wir müssen auch in Hoffenheim diese Homogenität auf den Platz bringen, dann haben wir eine gute Chance", so Korkut, der am Donnerstagvormittag vor dem Rückflug auf dem Trainingsgelände von Real Madrid noch eine Einheit angesetzt hatte.

Dort machte auch Sportchef Rudi Völler der Mannschaft noch einmal klar, was er für den Saisonendspurt vom Tabellenzehnten erwartet: "Ab jetzt gilt unsere volle Konzentration der Bundesliga. Wir haben Europa noch nicht abgeschrieben."

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