09.05.2017 12:25 Uhr

Atlético klammert sich an Strohhalm

Atlético-Trainer Diego Simeone beschwört seine Spieler
Atlético-Trainer Diego Simeone beschwört seine Spieler

Trotz 0:3-Rückstand gegen Titelverteidiger Real Madrid glaubt Atlético weiter an den Einzug ins Champions-League-Finale am 3. Juni in Cardiff. "Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können", betonte Atlético-Trainer Diego Simeone vor dem Halbfinal-Rückspiel am Mittwochabend im heimischen Vicente-Calderon-Stadion, das vor dem Abriss im Sommer zum letzten Mal Europacup-Schauplatz ist.

"Uns steht ein extrem schweres Spiel am Mittwoch bevor. Für viele wäre eine solche Aufgabe unmöglich zu bewältigen, aber nicht für uns", bekräftigte der 47-jährige Argentinier Simeone. "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass es sehr hart wird, dass wir es mit dem besten Team der Welt zu tun bekommen, das in jedem Spiel trifft, aber wir es trotzdem schaffen können. Ich bin überzeugt davon, denn sonst würde ich das nicht sagen."

Atlético braucht eine historische Leistung, um noch anstelle von Real zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren ins Champions-League-Endspiel einzuziehen. Denn noch nie hat bisher ein Team selbst nach einem Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel im Halbfinale noch den Aufstieg geschafft. Und bereits seit 7. Mai 1959 (1:0 im Meistercup-Halbfinal-Rückspiel) wartet Atlético auf einen Europacup-Sieg gegen Real, das bisher sämtliche vier K.o.-Duelle auf UEFA-Ebene mit Atlético für sich entschieden hat.

Vor 58 Jahren, als es noch keine Auswärtstorregel gab, zogen die Königlichen mit einem 2:1 im Entscheidungsspiel (dank Treffern von Alfredo Di Stéfano und Ferenc Puskás) ins Endspiel ein. In der Champions League 2014 (4:1 n.V.) und 2016 (5:3 i.E. nach 1:1 n.V.), als Juanfran als einziger Schütze vergab, feierten Superstar Cristiano Ronaldo, der in der Vorwoche mit seinem Triple-Pack beim 3:0 der große Matchwinner war, und seine Kollegen jeweils Finaltriumphe über Atlético, das dazwischen auch in einem engen Viertelfinale 2015 mit dem Gesamtscore von 0:1 das Nachsehen hatte.

Das Simeone-Team schöpft vor allem aus dem 7. Februar 2015 Hoffnung auf die Sensation. Damals demontierten die "Colchoneros" den Stadtrivalen im Meisterschaftsspiel im Vicente Calderón mit 4:0. "Natürlich können wir das schaffen. Schaut, was Barcelona nach einem noch schlechteren Resultat erreicht hat", erinnerte Atlético-Kapitän Gabi auch noch an das jüngste Rekord-Comeback von Barça, das am 8. März mit einem 6:1-Heimsieg sogar nach einer 0:4-Hinspiel-Niederlage gegen Paris St. Germain noch den Aufstieg ins Champions-League-Viertelfinale perfekt gemacht hatte.

Ein Tor hat Real immer noch geschossen

Sollte Real wie in den jüngsten 60 Pflichtspielen erneut zumindest einen Treffer erzielen, dann bräuchte Atlético bereits einen 5:1-Erfolg, um dem Traum vom ersten Titel im wichtigsten Europacup-Bewerb am Leben zu erhalten. Der vom 44-jährigen Franzosen Zinedine Zidane betreute Rekordsieger (11) könnte dagegen mit der ersten erfolgreichen Titelverteidigung der 25-jährigen Champions-League-Geschichte bereits das Dutzend vollmachen.

"Real Madrid hat eine ganz spezielle Verbindung mit diesem Bewerb. In der Champions League für Madrid zu spielen, da bekommst du eine Gänsehaut", betonte Reals Flügelspieler Lucas Vazquez, der mit Real auch in der Meisterschaft auf Titelkurs liegt. "Jedes Spiel gegen Atlético ist schwierig, weil sie ein tolles Team sind, aber wir wissen, wie man sie schlägt." Vor allem in der Champions League.

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apa/red

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