17.12.2017 14:04 Uhr

Torlinientechnik versagt in Frankreich

Die Torlinientechnik hatte in Frankreich einen Aussetzer
Die Torlinientechnik hatte in Frankreich einen Aussetzer

In der französischen Ligue 1 ist es am Wochenende in Verbindung mit der Torlinietechnik zu einer kontroversen Szene gekommen.

Was war passiert? Beim Erstligaspiel zwischen ES Troyes AC und SC Amiens (1:0) köpften die Gastgeber durch ihren Mittelstürmer Suk Hyun-Jun nach einer Ecke an die Unterkante der Latte. Der Ball prallt zweimal (!) auf. Schiedsrichter Francois Letexier ließ zunächst weiterspielen. Dann vibrierte Minuten später seine Armbanduhr, und er entschied nachträglich auf Tor.

Amiens hörte nach dem Pfiff auf zu spielen, und Bryan Pele markierte ein weiteres Tor. Nach acht (!) Minuten Palaver und Hinzuziehung der Video-Bilder kehrte der Schiedsrichter zu seiner anfänglich richtigen Entscheidung zurück und annullierte deshalb die beiden Tore.

Der deutsche Technikpartner wurde von der Liga für Montag zum Rapport nach Paris einbestellt. Der offizielle Schiedsrichter-Beobachter Paul Declaude beschloss, für die zweite Halbzeit die Torlinientechnik abzuschalten, um nicht weitere Verunsicherung hervorzurufen. Declaude: "Das Problem ist, dass die Ersatzspieler auf der Bank über ihre Handys das Spiel verfolgen konnten und lebhaft protestiert haben." 

Trotz alledem will die französische Ligue 1 nach dem Vorbild der Bundesliga statt nur des elektronischen Torrichters zur neuen Saison den Videobeweis einführen. Aber auch das führt bekanntlich nicht unbedingt zu gerechteren Entscheidungen - wie die Bundesliga zeigt.

 

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