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Ex-Kapitän Ballack über die Lage beim DFB

Neuer trägt "Mitschuld", Nagelsmann "erklärt zu viel"

Neuers letzter DFB-Einsatz war bei der EM 2024
Neuers letzter DFB-Einsatz war bei der EM 2024
03. Juni 2026, 10:17

Der langjährige Nationalspieler und Kapitän Michael Ballack verfolgt die DFB-Auswahl auch weiterhin ganz genau. Kritik übte der Ex-Profi des FC Bayern nun in der Causa Manuel Neuer. 

Michael Ballack unterstützt Bundestrainer Julian Nagelsmann in der Entscheidung, mit Bayern Münchens Manuel Neuer als Nummer 1 in die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada zu gehen. Allerdings hätten die Beteiligten kein allzu gutes Bild bei der Kommunikation abgegeben, so der "Capitano" im Interview mit der "Sport Bild". Die Kommunikation sei "im Fall Manuel Neuer nicht unbedingt optimal" verlaufen.

Bereits vor der offiziellen Kaderverkündung war durchgesickert, dass Nagelsmann auf Neuer statt auf den bisherigen DFB-Keeper Oliver Baumann setzen wird. Neuer, 40 Jahre alt, hatte nach der Europameisterschaft von 2024 seinen Rücktritt erklärt. Für die WM wird er nun doch plötzlich erneut als Stammtorwart reaktiviert.

Ballack führte aus: "Jedoch trägt Manuel ebenfalls eine gewisse Mitschuld. Er hätte sich frühzeitiger positionieren können, was seine Comeback-Ambitionen betrifft. Dann hätte das Thema früher geklärt werden können." Sein Comeback hat der Bayern-Kapitän bislang nicht für die DFB-Elf bestreiten können, gegen Finnland (4:0) fehlte er aufgrund von Wadenproblemen. 

Ballack: Nagelsmann "schafft sich Angriffsfläche"

Den Bundestrainer sieht der TV-Experte indes als "Top-Fachmann, der total überzeugt von sich ist". Nagelsmann wirke "sehr offen und ehrlich", wenngleich Ballack kritisierte: "Aber er erklärt meines Erachtens manchmal zu viel in der Öffentlichkeit und schafft sich dadurch unnötig Angriffsfläche."

An eine Titelchance der deutschen Nationalmannschaft bei der WM glaubt der Ex-Mittelfeldstar durchaus. "Ja, natürlich. Aber wir haben einige Herausforderungen", so Ballack: "Kai Havertz ist Gott sei Dank nach seiner langen Verletzung wieder in Form und löst das Problem auf der Mittelstürmerposition, da Nick Woltemade bei seinem Verein Newcastle United zuletzt auch nicht mehr gesetzt war."

Jamal Musiala sei "ein Weltklassespieler, aber noch lange nicht in Topform aufgrund seiner Verletzung", zudem habe man auf den Außenverteidigerpositionen "Luft nach oben", sagte Ballack und betonte die Bedeutung von Joshua Kimmich hinten rechts.

Außerdem habe man "keine eingespielte Mannschaft, keine sechs, sieben, acht Spieler, die unantastbar sind. Darum zählt Deutschland im Moment nicht zu den Top-Favoriten", erklärte Ballack: "Das heißt am Ende aber nicht, dass man chancenlos ist." Entscheidend sei, was Nagelsmann aus dem Kader herausholen werde, betonte der 49-Jährige und zog einen Vergleich zur WM 2002, als Deutschland erst im Finale an Brasilien scheiterte (0:2).

Beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada (ab dem 11. Juni) ist für Ballack jedoch eine andere Nation der ganz große Favorit: "Ich sehe Frankreich als heißesten Anwärter. Der Kader hat eine unglaublich hohe Qualität."

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