22.11.2024 08:37 Uhr

SKN-Freude über Teilerfolge

Immerhin einmal durfte St. Pölten richtig jubeln
Immerhin einmal durfte St. Pölten richtig jubeln

Kein neuerliches Debakel, ein Ehrentor und ein neuer Frauen-Club-Zuschauerrekord in Österreich: Für den SKN St. Pölten hat es beim Heim-1:4 gegen den FC Barcelona mehr Teilerfolge gegeben als beim 0:7 in Katalonien vergangene Woche.

Unter dem Strich stehen nach vier Auftritten in der Champions-League-Gruppe D aber weiter null Punkte. "Sie sind drei Klassen besser als wir, das muss man einfach so sagen", betonte St. Pöltens Trainerin Liese Brancao.

Wie im Hinspiel gab es für ihr Team eine Phase mit Gegentoren am Stück. Diesmal waren es durch Francisca Nazareth (20., 29.) und Vicky Lopez (31.) drei, nachdem es in Barcelona vor der Pause fünf innerhalb kurzer Zeit gewesen waren. Besonders bitter dabei: der erste Treffer war ein Geschenk an die Gäste von Aushilfs-Innenverteidigerin Kamila Dubcova, die den Ball im Strafraum leichtfertig verdribbelte. "Wir haben da leider sehr schlecht agiert", sagte Brancao.

Zuvor hatte sich das 0:1 nicht zwingend angedeutet, waren die Gastgeberinnen im 5-4-1-System gut gestartet. Nach dem 0:1 zeigte der CL-Titelverteidiger zweimal seine Kombinationsstärke und individuelle Klasse. "Das zweite und dritte Tor ist wegen dem ersten passiert, wir waren verunsichert. Und man darf nicht vergessen, dass wir gegen Barcelona gespielt haben, da kann man nicht alles verhindern", resümierte die 43-Jährige.

Brancao erfreut über 2. Hälfte

Umso erfreulicher war der Auftritt nach dem Seitenwechsel. "Wir haben da ein Tor geschossen und Unentschieden gespielt. Das muss man auch erst einmal schaffen. Wie wir da agiert haben, hat mir sehr gefallen", fasste Brancao zusammen. Torschützin Valentina Mädl sprach von einer "unglaublichen Mannschaftsleistung". Am Ende könne man stolz sein, nur 1:4 verloren zu haben. Nach dem Hinspiel wurden die richtigen Schlüsse gezogen. "Wir haben vom ersten Spiel sehr viel gelernt, Sachen besser umgesetzt", sagte Brancao.

Hilfreich war die verbesserte Personalsituation, die wieder fitten Ella Touon, Sarah Mattner und Leonarda Balog sowie Tea Krznaric belebten das Spiel nach der Pause. "Die Wechsel haben uns sehr gut getan, wir hatten mehr Geschwindigkeit über die Seite und mehr Kontersituationen und hätten auch ein zweites Tor schießen müssen", meinte Brancao. Da Mattner im Abschluss die Nerven aus kurzer Distanz einen Strich durch die Rechnung machten, bleibt Mädl als einzige SKN-Torschützin in zwei Duellen mit der weltbesten Mannschaft in Erinnerung.

Mädl erlebte "Moment für die Ewigkeit"

"Es ist ein unbeschreibliches Gefühl und definitiv der größte Moment in meiner Karriere, ein Moment für die Ewigkeit", betonte die 18-Jährige. Das auch dank der Fans. Die Zuschauer-Bestmarke von 7.278 Fans von einem Rapid-Testspiel am 16. Juni wurde klar überboten. "Es ist immer was Besonderes, wenn so viele Menschen ins Stadion kommen", sagte die Stürmerin. Und Linksverteidigerin Chiara d'Angelo, die über weite Strecken gegen Caroline Graham Hansen eine gute Figur machte, ergänzte: "Es war extrem cool und ein unglaubliches Erlebnis vor so einer Kulisse in der Champions League gegen Barcelona zu spielen."

Zeit zum Durchatmen bleibt keine, am Sonntag geht es in der Liga bei der formstarken Vienna weiter. St. Pölten hat ein Plus von sieben Punkten auf die Wiener Austria, ist daher fix Winterkönig, weil danach 2024 nur noch das Heimspiel gegen Sturm Graz ansteht. Noch vor Weihnachten folgen dann die abschließenden Partien in der "Königsklasse" bei Manchester City und gegen Hammarby. "Da wollen wir unbedingt Punkte mitnehmen", verlautete Mädl.

Brancao wollte nicht so weit vorausblicken, erst abwarten wer aus dem Quintett Isabelle Meyer, Mateja Zver, Jennifer Klein, Claudia Wenger und Izabela Krizaj fit wird. Barcelona hat sie im Kampf um den Titel voll auf der Rechnung. "Sie werden es sicher wieder bis ins Finale schaffen und haben eine große Chance den Titel zu verteidigen", schilderte die Brasilianerin ihre Sicht.

apa

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