20.06.2024 12:00 Uhr

Österreich vor Partie mit "Endspiel-Charakter"

Österreich steht nach der Auftaktpleite gegen Frankreich unter Zugzwang
Österreich steht nach der Auftaktpleite gegen Frankreich unter Zugzwang

Österreich steht nach der Auftaktpleite gegen Frankreich unter Zugzwang. Gegen Polen setzt Teamchef Ralf Rangnick auf den Heimvorteil.

 Der Sehnsuchtsort Berliner Olympiastadion war in Sichtweite, als Ralf Rangnick den Feinschliff für Österreichs erstes kleines "EM-Finale" vornahm. Auf dem Wurfplatz im Schatten der Final-Arena trommelte Rangnick sein Team am Donnerstagmittag zur letzten Trainingseinheit vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Polen zusammen und hielt den Glauben an die eigene Stärke hoch.

Dieser ist unverzichtbar. Das Duell in Berlin am Freitag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV), sagte Rangnick, hat schließlich "absoluten Endspiel-Charakter."

Österreich steht nach der Auftaktniederlage gegen Vize-Weltmeister Frankreich (0:1) in der Hammergruppe D unter Druck. Auch die Polen um Hoffnungsträger Robert Lewandowski müssen nach dem 1:2 gegen die Niederlande liefern. Deshalb, sagte Abwehrspieler Maximilian Wöber, "ist es ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. Polen ist eine richtig gute Mannschaft, die unangenehm zu bespielen ist und wenig Räume hergibt."

Rangnick setzt auch auf den Heimvorteil. Ganz bewusst hat sich die ÖFB-Auswahl bei der Suche nach einem Quartier für die Hauptstadt entschieden. Das Team residiert im noblen Schlosshotel Grunewald, seit der Ankunft in Deutschland trainiert man auf dem Olympiagelände.

Wenn Rangnick wollte, könnte er seine Mannschaft am Freitag und im letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande am kommenden Dienstag zum Aufwärmen auf einen lockeren Lauf zum Stadion schicken.

Österreich gegen Frankreich "nicht griffig genug"

Eine echte und seriöse Option ist das freilich nicht. Zu viel steht schon gegen Polen auf dem Spiel. Eine Niederlage wäre für Rangnick, der für das ÖFB-Projekt sogar eine Offerte von Bayern München ausschlug, ein großer Rückschlag.

Daran verschwendet in der Alpenrepublik niemand einen Gedanken. Die Zuversicht ist groß. "Wir wissen schon, dass wir auf einen Gegner treffen, den wir schlagen können, wenn wir unsere Leistung bringen", sagte Rangnick.

Mut macht der Auftritt gegen Frankreich um Superstar Kylian Mbappe. Österreich erwies sich gegen die Star-Equipe als ernstzunehmender Gegner. Die gemachten Fehler sind analysiert. "Die Vertikalität hat gefehlt. Wir waren nicht richtig griffig", sagte Nicolas Seiwald, "wenn wir das auf den Platz kriegen, bin ich überzeugt davon, dass wir einen Sieg einfahren können."

Ankommen wird es dafür erneut auch Patrick Pentz. Der Torhüter verhinderte gegen Frankreich den ersten EM-Treffer Mbappes - und will nun auch den zweiten Stürmer von Weltniveau aufhalten. Polen hofft noch auf die Rückkehr von Robert Lewandowski, Starstürmer vom FC Barcelona.

"Wir sind gewarnt", sagte Pentz, "aber ich mache mir da keine Sorgen, weil wir einfach richtig stabil sind und in den letzten Spielen sehr, sehr wenig Tore gekriegt haben und das defensiv richtig gut verteidigen."

Online-Wettanbieter: bet365 | Interwetten | sportingbet | Tipico Sportwetten